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Vergangenen Dienstag trafen sich 17 Erzieherinnen aus städtischen Kindertageseinrichtungen in Köln im Museum Ludwig. Während des Vormittags sollten die Erzieherinnen Neues darüber erfahren, wie sie Vorschulkindern Kunst auf spielerische Art und Weisen näher bringen kann. Schwerpunkte der von Julia Müller geleiteten Fortbildung waren die Förderung von Sprache und emotionaler Kompetenz. Dabei durften diesmal auch „die Großen“ ausprobieren, diskutieren und zu aller Vergnügen malen und zeichnen. Der Tag begann mit einer Besprechung des Gemäldes „L'arlequin“ von Pablo Picasso. Die Teilnehmerinnen analysierten Stimmung, Gesichtsausdruck und Körperhaltung der Figur und erklärten ihre Beobachtungen. Anschließend ging es bei den expressionistischen Gemälden weiter. Hier wurde ebenfalls der Fokus auf ein einzelnes Bild gelegt, „Die Eisenbahnüberführung“  von Ernst Ludwig Kirchner. Diesmal ging es um die Vertonung des Bildes - ebenfalls eine gute Methode um sich der Stimmung eines Kunstwerkes zu nähern. Dazu überlegten sich die Erzieherinnen in kleinen Gruppen, welche Geräusche und Töne in der Szene, die das Bild zeigt, vorkommen könnten. Für die Vertonung der Geräusche hatte Frau Müller einige Instrumente wie eine Triangel und Klangstäbe, aber auch Alltagsobjekte wie Plastiktüten mitgebracht. Interessante Klänge entstanden, die auch andere Besucher des Museums zum Bild lockten. Vertont wurden die Züge, der Wind, der Regen und die laufenden Menschen. Farben und Emotionen standen im Mittelpunkt der nächsten Übung. Dafür wurden zehn verschiedene Farbtafeln auf den Boden gelegt. Die Teilnehmerinnen sollten sich passend zu vorgegebenen Begriffen wie neugierig, traurig oder aufgeregt zu einer Farbtafel stellen. Dies ist eine gute Methode um etwas Bewegung in einen Vortrag oder eine Führung zu bringen. Die Kinder können selbst überlegen, wohin sie sich bei welchem Gefühl stellen und es kann leichter über Emotionen in Verbindung mit Kunst gesprochen werden. Beim der letzten Übung wurden die Erzieherinnen zu „Versuchskaninchen“und durften neues didaktisches Material testen. Hierbei handelt es sich um Farbquadrate aus Filz, die sich jeweils in sieben Teile aufteilen und beliebig neu zusammensetzen lassen. Aufgabe der Fortbildungsteilnehmerinnen war es nun sich in Gruppen mit einem abstrakten, meist nur aus einigen Farbflächen bestehenden Gemälde auseinander zu setzen. Mit Hilfe einer Schreibübung sollten sie möglichst viele zum Kunstwerk passende Begriffe sammeln und sich die zwei wichtigsten davon aussuchen. Zu diesen Begriffen entstanden nun, unabhängig von den Originalbildern, eigene kleine Kunstwerke aus Filz. Zu bestaunen sind die fertigen Kunstwerke auf den Fotos unten. Nach der Besprechung gab es eine kleine Mittagspause, und die Gruppe traf sich im Werkraum des Wallraf-Richartz-Museum wieder. Dort wurden Bücher für Vorschulkinder, die sich mit Kunst befassen, vorgestellt und danach durften die Erzieherinnen wieder selbst kreativ werden.  Sie bemalten ausgedruckte „Selfies“ und konnten mit Wachsmalkreide Fische auf buntes Papier bringen. Am Ende des Vormittags war nicht nur Frau Müller zufrieden. Auch alle Erzieherinnen gaben ein durchaus positives Feedback zu der Fortbildung ab. Die Übung mit den Filzplatten kam besonders gut an und wird mit Sicherheit in nächster Zeit oft zum Einsatz kommen. Sowohl für „die Kleinen“ als auch für „die Großen“!   
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03
Teil 2 der "Praktischen Übung" für die Studierenden der Geschichtsdidaktik an der Ruhr-Universität Bochum fand im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud statt. Sicherlich ist es ungewöhnlich, die Übung in einem Kunstmuseum zu veranstalten und nicht in einem Museum für Geschichte, wie beispielsweise im Kölnischen Stadtmuseum. In unserer Veranstaltung wollten wir diskutieren, wie in einem Kunstmuseum das Mittelalter "lebendig" gemacht werden kann. Als erste Aufgabe sollten die Studierenden in der Mittelalterabteilung ein Museums-Graffiti zum Thema legen. (Im Blog ist bereits in mehreren Beiträgen über die Methode berichtet worden, so dass an dieser Stelle kein weiterer Kommentar erfolgt). Zunächst fiel es allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern schwer, die Aufgabe zu bearbeiten. Die Gruppen äußerten angesichts der als Übermacht erlebten Präsenz der religiösen Themen, dass sie kaum noch Kenntnisse über die gezeigten Motive hätten. Außerdem wurde die Grausamkeit der Bilderwelt wahrgenommen. Ein Student sagte, dass man mit wenigen Worten auskommen könnte: Die Wörter Leid, Folter, Tod könnte man unter die meisten Kunstwerke legen. Für viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war erschreckend, wie dominant die Themen sind. Nach einigen "Anlaufschwierigkeiten" wurde dann aber doch noch das "Leben" neben der christlichen Thematik gefunden. In kleinen Details versteckten sich arbeitende Menschen auf dem Feld, die Köchin am Ofen, aber auch Figuren in kostbaren Roben, idyllische Gärten, der Blick in eine Wohnstube, ein gedeckter Tisch... Der gemeinsame Rundgang, der die Entdeckungen in den Seminarkontext stellte, brachte eine erste Grundlage: Der Garten, der auf mehreren Gemälden des Mittelalters gefunden wurde, konnte als Paradiesgarten erklärt werden, der oft als begrenztes Rasenstück dargestellt wird und deshalb auch "hortus conclusus" genannt wird. Dort fanden die Studierenden dann auch viele Pflanzen, die symbolische Bedeutung haben: zum Beispiel das dreiblättrige Laub der Erdbeerpflanze als Hinweis auf die Dreifaltigkeit. Wieder stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fest wie allgegenwärtig und bestimmend die Religion im Denken der Zeitgenossen gewesen sein muss. Diese Feststellungen waren sehr interessant, denn sie sensibilisierten auf empathische Weise die angehenden Historikerinnen und Historiker für die vergangenen Lebenswelten. Museen sind Orte des entdeckenden Lernens und der Kommunikation. Die Vermittlungsarbeit liefert Methoden zur selbständigen Erkundung des Museums und weckt die Neugierde. Die Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit und "Ausdeutung des Gefundenen" stehen im Vordergrund der Arbeit. In der Übung schloss sich eine genauere Beschäftigung mit dem Gemälde der "Stadtpatrone" des Meisters der Verherrlichung Mariä an. Der Altarflügel wurde ausgewählt, weil er eine topografisch genaue Darstellung der Stadt Köln zeigt. Die Studierenden hatten den Auftrag, ein Mittelalter-ABC zum Kunstwerk anzulegen. Es entstand eine enorme Stichwortsammlung, die zu kleinen Sachtexten inspirierte. Dazu wurde den Gruppen ein Reader mit den nötigen Informationen zu den Stichwörtern zur Verfügung gestellt. Danach wurde es noch einmal "spannend", denn das neu gewonnene Wissen über das Mittelalter sollte in einer fiktiven Geschichte verarbeitet werden. Protagonistin dieser Geschichte sollte die naturalistisch genaue Darstellung einer Fliege auf dem Thomas-Altar sein. In mehreren Episoden sollte die Fliege erzählen, wie sie auf das Bild gekommen ist: sie fliegt über den Markt, begutachtet dort das Warenangebot, erlebt, wie ein Betrüger bestraft wird, beobachtet, wie der Meister des Bartholomäus- Altars mit seinem Auftraggeber über die Einzelheiten für den Altar verhandelt, begleitet den Meister auf dem Weg durch die Stadt und erlebt im Wohnhaus des Meisters, wie das Mittagessen zubereitet wird. Diese Aufgabe machte den Studierenden viel Spaß und zeigte, wie viel man über die historischen Aspekte wissen muss, um die fiktiven Episoden schreiben zu können. Wir stellten fest, dass Kunstmuseen durchaus interessant für den Geschichtsunterricht sind, denn sie machen "anders als in Geschichtsmuseen" den Überbau einer Epoche deutlich und eröffnen einen emotionalen Zugang.             Der Meister und die Fliege.pdf (70,91 kb)
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Die “Praktische Übung“ im Fachbereich Geschichte/Geschichtsdidaktik für die Ruhruniversität Bochum hatte den Titel: "Im Museum das Mittelalter erleben". Die Studierenden staunten nicht schlecht als sie in der Einführungsveranstaltung von einer chinesischen Drachenhandpuppe mit einem herzlichen „nǐmenhǎo“ (chinesich: Guten Tag!) begrüßt wurden. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer fragten verdutzt, ob sie in der richtigen Veranstaltung seien. Der Drache Long (chinesisches Wort für Drache) antwortete prompt, sie seien schon richtig, er sei Museumspädagoge im Museum Schnütgen und könne verdammt viel über das Mittelalter erzählen. Das beruhigte die Zweifelnden, und sie blieben alle auf ihren Stühlen sitzen. Long erzählte dann, wie er zu seinem Job gekommen ist. Als junger Drache waren ihm endlich mit 1000 Jahren die Flughörner gewachsen, und er war so begeistert, dass er losflog, plötzlich nicht mehr wusste, wo er war und schließlich eine Bruchlandung im Museum Schnütgen machte. Der Direktor schimpfte sehr und verpflichtete ihn, den Schaden abzuarbeiten. Seitdem muss er Führungen für Familien und Kinder machen. Natürlich musste er sich einarbeiten und hat eine Menge über das Museum und seine sehr unfreundlichen Verwandten aus Europa erfahren. Dieser Einstieg in die Thematik gab uns die Gelegenheit, über das museumspädagogische Konzept zu diskutieren. Die Handpuppe ist ein geeignetes Identifikationsobjekt für Kinder, aber nicht nur das. Sie ermöglicht dem Besucher, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und über die bewusst ausgewählte Figur des „chinesischen Drachens“ die scheinbar bekannten „eigenen kulturellen Bezüge“ von „außen“ zu betrachten.   Die Methode, das Mittelalter aus einer neuen Perspektive heraus zu betrachten, wurde in mehreren, später stattfindenden Treffen der Übung zum Thema gemacht. Wir diskutierten das Problem, dass Kunstmuseen, die mittelalterliche Kunst ausstellen, sich mit der Dominanz christlicher Kunst auseinandersetzen müssen und viele Zielgruppen sich nicht interessieren oder sich gar verweigern. Dies sehen wir aktuell bei multikulturellen Gruppen (z.B. Schulklassen mit vielen muslimischen Kindern) oder Schulklassen mit religionskritischer Elternschaft.    Die Einführungsveranstaltung hatte das Ziel, die Studierenden für museumspädagogische Fragestellungen zu sensibilisieren, denn die „Verlebendigung“ des Mittelalters im Museum ist sehr komplex. Neben dem Programmformat Kinder- und Familienführung mit den „Hausdrachen Long“ im Museum Schnütgen wurde zudem noch der kleine Ausstellungsbegleiter „Schlüssel zum Mittelalter“ zur Diskussion gestellt. Der Museumsdienst Köln hat das mehrsprachige Heft für Kinder ab 8, Familien und die Primarstufe in 6 in Köln gesprochenen Sprachen konzipiert. Thematisiert werden darin Stadtlegenden, woran man bestimmte Figuren, wie die Mutter Gottes erkennen kann, dass Seifenblasen „Vergänglichkeit“ bedeuten, besonders kostbare Materialien, die verwendet wurden, und Techniken. Die Planerinnen und Planer des Heftes haben in diesem sehr niederschwelligen Angebot versucht, die religiösen Aspekte neutral darzustellen und auch den Blickwinkel beispielsweise aus muslimischer Sicht einzubringen. Die am Publikationsprojekt beteiligten türkischen Schulkinder wussten beispielsweise, dass „Maria“ in ihrem Glauben „Mariam“ heißt.        
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03
Eine Gruppe von Referendarinnen und Referendaren mit der Fächerkombination Kunst, Musik und Sport besuchte mit ihren Fachleiterinnen, Christina Otto, Carolin Moss und Christina Keune das Museum Ludwig. Das Treffen sollte dazu genutzt werden, Methoden der Museumspädagogik kennen zu lernen und zu diskutieren, wie die angehenden Lehrkräfte künftig mit ihren Klassen den außerschulischen Lernort nutzen könnten. Es war schön zu sehen, dass die jungen Kolleginnen und Kollegen neben den kunstpädagogischen Aspekten der Kunstbetrachtung im Museum auch immer wieder Ideen ihrer Fächerkombinationen einbrachten. Das Foto zeigt, wie Gegenstände, die auf Erich Heckels "Fasanenschlösschen" benannt und von der Gesamtgruppe als Luftzeichnung umgesetzt wurden. Derartige Übungen zeigen, wie eng die Wahrnehmung von Kunst und Sprache verbunden ist, um so mehr, wenn das Wort im Bild gesehen und dessen Form in Bewegung umgesetzt wird.
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02
Anstrengend ist eine Fortbildung schon, wenn ein voller Unterrichtstag hinter den Kolleginnen und Kollegen liegt. Die Fachkonferenz Deutsch aus der Ursulinenrealschule in Köln wollte prüfen, ob und mit welchem Thema eine Deutschunterrichtsreihe mit einem Museumsschwerpunkt  realisierbar wäre und buchte bei uns eine Fortbildung. In Vorgesprächen hatten wir schon festgestellt, dass eine derartige Reihe gut im 7. Jahrgang angesiedelt wäre. Es stehen keine Praktika und Prüfungen an. Um eine Grundlage für Planungsgespräche zu haben, erprobten wir die Methoden, die in der Projektwoche letzte Woche durchgeführt worden waren. Als Beispiel für eine assoziative Erkundung des Museums wurden Museumsgraffitis gelegt und eine Reihe von kreativen Schreibübungen vorgestellt. Die Kolleginnen und Kollegen interessierten sich besonders für die "Herta-Müller-Methode". In einer Variante zur Methode der Nobelpreisträgerin sollten Wörter aus Zeitungen Kunstwerken zugeordnet und mit Hilfe von weiteren Schreibrezepten zu Texten verarbeitet werden. Wir diskutierten das Problem, dass in Museumsräumen nicht mit Scheren gearbeitet werden darf. Deshalb gaben wir uns den Auftrag, Wörter auf einer Zeitungsseite zu markieren, später in der Werkstatt auszuschneiden und zu Texten zu verarbeiten. Abgeschlossen ist die Planungsphase noch nicht, denn man möchte weitere Verfahren erproben und dann in der Fachkonferenz entscheiden, wie das Thema im schulinternen Lehrplan verankert werden soll. Es ist sehr begrüßenswert, wenn Schulen für ihre Schülerschaft Museen zugänglich machen. Wir hoffen, dass diese Arbeitsform "Schule macht" und andere folgen werden.  
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01
Anlässlich der Tagung „Sprachen lernen – kreativ, aktiv, handlungsorientiert“, die vom 15. bis 16. Januar 2015 an der Universität zu Kassel vom Seminar „Deutsch als Fremd- und Zweitsprache“ ausgerichtet wurde, fand ein zweitägiger Workshop in der Neuen Galerie statt. An dieser Stelle ist bereits oft über „Sprachprogramme“ geschrieben worden. Daher verwundert es nicht, dass der Museumsdienst eingeladen wurde, einen Workshop zum "außerschulischen Lernort Museum“ anzubieten. „Museumsgraffiti & Co – Methoden im Kontext des Sprachunterrichts im Museum“ hieß der Titel der Veranstaltung. Museen sind Orte der Inspiration und Kommunikation. Auch der Sprachunterricht kann vom außerordentlichen Potential dieser Lernräume profitieren. Im Workshop wurden verschiedene Methoden und Übungen vorgestellt, erprobt und im Kontext der Sprachdidaktik und verschiedener Lernniveaus diskutiert. In Arbeitsgruppen erstellten wir Museumsgraffitis mit Schnüren auf den Museumsboden, um Museumsräume, Exponate und ihre Beziehungen mit Hilfe einzelner Wörter zu erkunden. Museumsbesuche werden auf diese Weise zu inspirierenden Exkursionen, die Überraschungen in vielfältiger Weise ermöglichen. Obwohl keine kunstwissenschaftlichen Inputs gegeben wurden, diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv über Kunst, unterschiedliche Lebensansichten und ästhetische Erfahrungen. Sprachspiele mit Kunst eröffneten darüber hinaus die Möglichkeit Wortschatzarbeit und Grammatik im Museum mit einem Spaßfaktor zu besetzen. Ein Repertoire von Schreibrezepten gab Gelegenheit poetische Texte zu Kunstwerken zu schreiben und die Arbeitsergebnisse im Museum zu performen. Zwei Fotos illustrieren unsere Arbeit in der Neuen Galerie. Die Arbeit "preussisch" von Armando (H.D. van Dodeweerd) belegte eine Arbeitsgruppe mit dem Wort "Grab". Das Kreuz erinnerte sehr an einen Orden und ließ Assoziationen zum Thema Soldaten, Krieg und Tod aufkommen. Richters Gemälde "Abstraktes Bild Nr. 489" führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Wort "Lebensfreude" und bezog sich auf die hellen Farben und Leichtigkeit der Bildwirkung. Die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen aus den Universitäten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen gaben ein sehr gutes Feedback und viele nahmen sich vor, mit ihren Lerngruppen künftig Museen als Lernorte wahrzunehmen oder sogar nach Köln zu kommen, um mit ihren Studierenden auf diese Weise auch die Städtischen Museen kennen zu lernen.      
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01
Im gestrigen Treffen der Arbeitsgemeinschaft "Leichte Sprache" im Museum Ludwig sollte es um das Thema "Farben und Gefühle" gehen. Zu Beginn sichteten wir das Material, das der Museumsdienst Köln bereits für eine Schülerwerkstatt in der Primarstufe erarbeitet hatte. Im Zentrum dieser Werkstatt steht das Bilderbuch "Heute bin ich" von Mies van Hout. Die Illustratorin hatte in diesem Buch Kreidezeichnungen von Fischen mit Adjektiven verknüpft und diese Gefühls-Wörter auch typografisch interpretiert. Die Kolleginnen aus der Förderschule fanden die Thematik sehr interessant und konnten sich gut vorstellen, mit ausgewählten Adjektiven die persönlichen Befindlichkeiten und Gefühle zu thematisieren. Es wurden mögliche Unterrichtsreihen, die in diesem Halbjahr anstehen, einbezogen. Die Lehrerin Janina Goldberg sieht eine Möglichkeit, die Thematik im Kontext einer Unterrichtseinheit zur Sexualkunde einzubeziehen. Im Deutschunterricht wäre es sinnvoll, eine Auswahl von Adjektiven zu untersuchen. Wir spielten das an einigen Wörtern, die Mies van Hout für ihr Buch ausgewählt hatte, durch. So erscheint es uns sinnvoll, das Wort "neugierig" zunächst in seiner Wortbedeutung  zu besprechen. Im Duden findet sich das Wort "wissbegierig", aber auch "vorwitzig" als Bedeutungsspektrum. Es kam ebenso die Idee auf, das Adjektiv mimisch zu interpretieren und eventuell Fotos von den Schülerinnen und Schülern zu machen. Nach dieser Vorbereitung ist es vorstellbar, mit den Lerngruppen ins Museum zu gehen und expressionistische Portraits mit den erarbeiteten Adjektiven zu betrachten. Mit den von uns ausgewählten Gemälden von Pechstein und Jawlensky konnten wir gut arbeiten und merkten sehr schnell, dass Kunstwerke sehr vieldeutig sind und man mehrere Wörter der Liste unterschiedlich deuten kann. Als nächsten Schritt überlegten wir den Transfer dieser Eindrücke auf die persönliche Befindlichkeit. Ein Arbeitsblatt zum Thema "Heute bin ich...", zu dem Adjektive zur eigenen Person gesammelt und diese dann Farben zugeordnet werden sollten, half bei der Strukturierung. Die Kolleginnen hatten zum AG-Termin "Selfis" ausgedruckt, die nun zum Einsatz kamen. Die praktische Aufgabe lautete, das Selbstportrait mit den ausgewählten Farben des Arbeitsblattes zu kolorieren. Die Technik wurde freigestellt. Einige der Arbeitsergebnisse sind weiter unten zu finden. Die Kolleginnen aus den Förderschulen beginnen nun ihre Unterrichtseinheiten auszuarbeiten und werden zum Thema auch das Museum Ludwig besuchen. Wir werden berichten. Heute bin ich ... und Farbe.docx (44,79 kb)      
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Der Museumsdienst hat mit der Lehrerfortbildungsreihe "Museumslabor" ein Angebot, bei dem sich Kolleginnen und Kollegen mit den Originalen im Museum methodisch und künstlerisch-praktisch auseinandersetzen und darüber hinaus ihren Kunstunterricht reflektieren können. Die Rückmeldungen zu den in der Regel ganztägigen Fortbildung an Samstagen zeigt das große Bedürfnis nach eigener künstlerischer Praxis, denn viele Kolleginnen und Kollegen kommen im Berufsalltag kaum dazu, Aufgabenstellungen für den Unterricht zu erproben und im Kollegenkreis zu diskutieren. Im Herbst fand unter dem Titel "Monets Werkstatt" einer dieser Fortbildungen statt. Sie stand im Zusammenhang mit der Sonderausstellung "Die Kathedrale" im Wallraf. Der Museumsdienst bietet unter diesem Titel auch eine Schülerwerkstatt an. Dies war natürlich auch ein Grund für die Kolleginnen und Kollegen, sich über die Fortbildung gezielt auf ihren Unterricht mit Museumsbesuch vorzubereiten. Für alle war es ein Genuss, eine Reihe der berühmten Kathedralgemälde von Monet einmal genauer zu untersuchen. Arbeitsteilig wurden die verschiedenen Farbtöne der Bilder untersucht und später in der Werkstatt nachempfunden. Begonnen hatte die Fortbildung mit einer ungewöhnlichen Aufgabenstellung. Die Kolleginnen sollten ihre Vorstellung von einer Kathedrale blind zeichnen. Es erstaunte zunächst nicht, dass die meisten der Teilnehmerinnen den Kölner Dom mit seinen charakteristischen Turmspitzen zu Papier brachten. Es gab allerdings auch einige "Ausreißer". Zwei Kolleginnen entschieden sich für den charakteristischen Umriss von Notre Dame de Paris. Es war sicherlich kein Zufall, dass die Kolleginnen Französischlehrerinnen waren. Das war natürlich eine Steilvorlage, die Intention der Sonderausstellung zu thematisieren. Sehr interessant fanden die Kolleginnen die Arbeit mit Farbkarten. Mit diesen konnten die Farbtöne der Gemälde untersucht und in der Werkstatt gemischt werden.        
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12
Caroline Stegmann Rennert, Museumspädagogin im Museum für Ostasiatische Kunst, schrieb: Wir freuen uns, dass Professor David Smeyers von der Musikhochschule Köln und seine Studierenden zur Vorbereitung eines Seminars zu einem praktischen Workshop ins Museum für Ostasiatische Kunst gekommen sind. Der Besuch diente der Einstimmung  auf die bevorstehende intensive musikalische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Komponisten aus Ostasien. Die Begegnung mit den Museumsobjekten sollte grundlegende Denkweisen asiatischer Kultur deutlich werden lassen und den Studierenden die Möglichkeit eröffnen, demnächst Parallelen zwischen den Gattungen zu entdecken.   Die Besonderheiten ostasiatischer Gestaltung und  Ästhetik wurden bei der Betrachtung von chinesischer und japanischer Kalligraphie und Malerei deutlich. In der Museumswerkstatt erfuhren  die Jungmusiker, die selber aus unterschiedlichen Kulturen stammen, ganz praktisch, wie man mit Pinsel und schwarzer Tusche auf Papier chinesische Schriftzeichen komponiert.    
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In der Sonderausstellung "Die Heiligen Drei Könige - Mythos, Kunst und Kult", englisch "The Magi", die das Museum Schnütgen ausgerichtet hat, befindet sich eine Marmorplatte mit einer der ersten Darstellungen der "Sterndeuter aus dem Morgenland" aus dem 3./4.Jahrhundert. Die Bildsprache folgt noch der der römischen Kunst. In der Vorstellung dieser Zeit gelten die im Matthäusevangelium genannten weisen Männer, die die Sterne deuten können und aus dem Morgenland stammen, traditionell als Untertanen des römischen Kaisers. In entsprechender Haltung übergeben sie ihre Gaben dem "neuen König". Unter anderem überreichen sie einen Kranz. Auch dieser entstammt der römischen Kaiserikonographie. Man kannte den Lorbeerkranz, aber auch den Kranz aus Efeu.   Im Workshop für Dozentinnen und Dozenten der Palacký University in Olomouc nahmen wir diese Idee auf und banden einen Kranz, in den wir goldene Blätter steckten und diese mit unseren Wünschen zur Weihnachtszeit beschrifteten. In einer zweiten praktischen Aufgabe entstanden "Magi-Boxen", die als Wortspiel die englische Übersetzung unserer "Heiligen Drei" aufgriffen und in die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops mit Wünschen in goldenen und silbernen Lettern beschriftete Lorbeerblätter legten. Mit diesem Schatz konnte man getrost nach Hause gehen. Die Kolleginnen und Kollegen der Universität fanden die Idee, ein emotionales Mitbringsel zur Ausstellung zu gestalten, sehr gut.