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Über diese Methode haben wir an dieser Stelle bereits öfters berichtet. Am Montag dieser Woche beschäftigten sich die freiberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Fortbildung im Museum Ludwig mit der spektakulären Arbeitsweise. Wie alles begann: Im Rahmen eines Workshops über urban knitting und andere Guerillamethoden im Stadtraum, entstand für mich die Frage, ob diese Ideen auch für Museumsräume interessant wären. Im Workshop häkelte ich eine kleine wilde Stoffpuppe, die mich plötzlich an den kleinen wilden Mann im Museum Schnütgen erinnerte. Was wäre, wenn diese kleine wollige Puppe im Museum in der Nähe des Kunstwerkes säße? Es war faszinierend zu sehen, dass die beiden "wilden" Geschöpfe im Museum in einen Dialog traten. Leserinnen und Leser des Blogs wissen, was dann geschah. Eine ganze Grundschule beteiligte sich am Projekt "Das wilde Museum" und gestaltete im Kunst- und Textilunterricht "wilde Puppen", die zu einem großen Schulfest im Museum Schnütgen den Museumsraum bevölkerten. Die Guerillamethoden ließen mich jedoch nicht los und ich kam auf den Gedanken, die Methode der Graffitis für die Museumspädagogik zu entwickeln. Naturlich sind Sprühflaschen tabu. Gehäkelte Schnüre sind jedoch ein softes Medium. Mit Schnüren kann man Wörter auf den Boden legen. Die ersten Fortbildungen mit dem Museumsgraffiti zeigten, dass die beteiligten Teilnehmer regelrecht fasziniert waren. Museumsgraffiti - wie geht das? Die Methode eignet sich besonders gut für Gruppenarbeit. Es wird die Aufgabe gestellt, entweder ein Wort für den Ort, ein Wort für ein Kunstwerk oder ein Wort zwischen zwei Kunstwerke zu legen. Die einzelnen Gruppen schauen sich zunächst in Ruhe den Museumsraum an und entscheiden dann gemeinsam, welches Wort geschrieben werden soll. Dann wählen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Schnüre aus. Mittlerweile ist das Angebot unterschiedlicher Farben und Materialien sehr groß und es beginnt eine manchmal schwierige Phase des Gestaltens. Das Plenum enträtselt dann die Wörter und spekuliert über die Gedankengänge, die zum Wort geführt haben. Die Gruppe selbst erklärt zum Schluss ihr Vorgehen. Was ist das Besondere am Museumsgraffiti? Die mit der Methode beteiligten Museumsbesucher finden eigenständig ihre Themen, diskutieren untereinander, die Gesamtgruppe kommuniziert symmetrisch. Die Methode thematisiert dem Museumsraum und die Hängung, weil die Wörter eine Resonanz auf den Ort darstellen. Die beteiligten Besucherinnen und Besucher gestalten sogar den Museumsraum, die Wörter sind ein sichtbarer Kommentar. Museumsgraffities sind subversiv und eröffnen auch für unbeteiligte Besucher und Museumsleute neue Betrachtungsperspektiven.   Unsere Fortbildung: Wir fertigten unsere Graffities in der Sammlung Haubrich an. Natürlich sind die Kolleginnen und Kollegen alle mit den Kunstwerken vertraut und es wurden unabhängig von den anderen Gruppen Wörter ausgewählt, die das Thema Nacktheit und Sexualität thematisierten. Wir stellten alle fest, dass die Hängung des Saales diesen Schwerpunkt zum Ausdruck bringt. Die Thematik brennt uns natürlich auch unter den Nägeln, denn die vielen Schulklassen, die durch den Expressionismus von uns begleitet werden, werden von den Inhalten tangiert.  
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Wir freuen uns sehr, dass immer mehr Herkunftssprachenlehrerinnen und Lehrer das Museum entdecken. Die Schulverwaltung hat über das Koala-Programm ein Fortbildungsinstrument bereitgestellt, in denen sich die Lehrerinnen und Lehrer im Kontext der Mehrsprachigkeit der Schülerschaft qualifizieren können. Auf der Homepage von "Bildung.koeln.de" ist das Konzept erläutert:     "Viele Kinder türkischer Herkunft kommen mit nicht ausreichender Sprach- kompetenz in die Schule. Sie bekommen weder in ihren Elternhäusern, noch im Kindergarten, noch in der Grundschule angemessene Hilfe bei ihrer Sprachentwicklung. Sie werden häufig mit ihrer Zweisprachigkeit und Bikulturalität allein gelassen. Durch das Koala-Projekt sollen die Schüler und Schülerinnen in die Lage versetzt werden, ihre beiden Sprachen und Kulturen zueinander in eine positive Beziehung zu setzen, mit ihrer Zweisprachigkeit bewusst umzugehen und sie selbstständig weiterzu- entwickeln.Mit dem KOALA-Projekt soll eine Kooperation zwischen Lehrkräften des Unterrichts in der Herkunftssprache und des Regelunterrichts zustande kommen. Die Kindern sollen von der ersten bis zur vierten Klasse von dem Projekt begleitet und unterstützt werden. Ziele: Verbesserung der Sprachkenntnis in beiden Sprachen Sprachbewusstsein durch den Sprachvergleich fördern Kinder ganzheitlich mit ihren beiden Sprachen und Kulturen wahrnehmen Verbesserung der Schulleistung und bessere Integration Die Sprachen werden zueinander in Beziehung gesetzt mit dem Ziel, die Sprachenkompetenz der Kinder insgesamt zu erweitern. Es findet eine klare Gegenüberstellung der beiden Sprachen (Muttersprache/Deutsch) statt. Dies kann nur durch die inhaltliche und methodische Koordination des Unterrichts in der Murttersprache und des Gesamtunterrichts durchgesetzt werden."   Die Gruppe von ca. 20 Kolleginnen und Kollegen trafen sich im Museum Ludwig, um unsere sprachdidaktischen Übungen kennenzulernen, und es stellte sich heraus. dass die Methoden sehr geeignet für die Arbeit mit ihrem Lerngruppen sind. Eine ganze Reihe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahm sich vor, Museumsbesuche mit in ihren Unterricht einzubeziehen und mit dem Museumsdienst die Sprachprogramme weiter zu entwickeln.            
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  Unser erstes Treffen nach Schulbeginn fand im Museum Ludwig statt. Das Thema "Formen in der Kunst" führte uns in den großen Ausstellungssaal mit Werken von Franz-Wilhelm Seiwert, Piet Mondrian und Paul Klee. Schnell entstand die Idee, im vorbereitenden Unterricht anhand von verschiedenen didaktischen Materialien Grundformen und ihre diversen Sonderformen vorzustellen und binnendifferenzierte Aufträge zur Erarbeitung und zum Einüben zu entwickeln. Die so bearbeiteten Formen sollen beim Museumsbesuch als Impuls dienen, die Kunstwerke des Saales genau zu betrachten und sie als Bildelemente wieder zu entdecken. Vor Seiwerts Gemälde "Stadt und Land" werden dann die Formen und ihre inhaltlichen Zuordnungen erarbeitet, wobei beispielsweise die Wortkarte "Auge" gelesen und im Bild als Kreisform entdeckt wird. Auf diese Weise erleben die Schülerinnen und Schüler die Verknüpfung von Form und Inhalt im Kunstwerk. Nachdem das Gemälde über den Wortschatz erarbeitet und kennengelernt wurde, soll der Versuch unternommen werden, dessen Bedeutung zu erschließen und die Frage gestellt werden "Was man über die beiden Männer im Bild herausfinden kann?" Seiwert hat seine Figuren über ihre Handwerkzeuge, den Hintergrund und über die einfachen Grundformen und  Farben charakterisiert. Sie erscheinen als einfach aufgebaut, durch die getrübten Farben erdverbunden und über ihre Arbeit definiert. Das Motiv des "Handgebens" kann dann als Freundschaft gedeutet werden. Inwieweit die politisch-ideologischen Ebenen des Bildes erörtert werden können, muss sich in der Lernsituation ergeben. Als praktische Arbeit wurde wieder eine Gruppenarbeit angedacht. Aus einfachen Grundformen sollen die Arbeitsgruppen Menschen als Tonpapiercollage gestalten, deren Hände sich mit den anderen Figuren verbinden lassen. Wir sind schon gespannt, wie die so vorbereiteten Klassen auf das Thema reagieren werden. Eine AG-Teilnehmerin berichtete jedenfalls, dass ihre Museum-AG-Schülerinnen und Schüler gespannt auf den nächsten Museumsbesuch warten. Wir werden berichten.  
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Alle Jahre wieder und immer wieder gerne besuchen uns Deutschlehrerinnen und -Lehrer aus aller Welt, um in den Kölner Museen die DaF- (Deutsch als Fremdsprache) und DaZ- (Deutsch als Zweitsprache) Programme des Museumsdienstes Köln kennenzulernen. In diesem Jahr fand nun schon zum wiederholten Male eine Veranstaltung für das DACH-Seminar des österreichischen Unterrichtsministeriums mit ca. 20 Teilnehmerinnen und -teilnehmern statt. Die Gruppe war sehr temperamentvoll und die Graffities legten sich wie von selbst. Das Wort "einig" wurde bewusst groß geschrieben und wurde mit den Werken "Aufstieg" von Otto Freundlich und Seiwerts "Stadt und Land" in Verbindung gebracht. Der Kollege aus Kairo interpretierte die Monumentalplastik von Freundlich als erhobene Faust und die Geste des "Hand Gebens" bei Seiwert als Verbrüderung. Diese politischen Stellungnahmen bezog er auf die Situation in seiner Heimat und stellte fest, dass er Parallelen entdecke. Die Gruppe diskutierte an mehreren Stellen die politische Gegenwart und bezog die verschiedenen vorgestellten Methoden gleich auf eigene Lerngruppen. "Wie bewältigen wir in den großen Megastädten die Transportwege?", "Auf dem Land haben wir keine Museen, welche Alternativen gibt es zum Museum?". Da ist sicher guter Rat teuer, aber es gibt Möglichkeiten, selbst kleine Ausstellungen zu realisieren, zum Beispiel über "Kleidung und Geschichte", über "Fundstücke mit Bedeutung" und anderes mehr... Die Zeit verging wie im Flug und wir haben gar nicht das vollständige Programm vorstellen können. Auch das Goethe-Institut schickte eine Lehrergruppe in mehrere Museen. Das Foto zeigt uns im Museum Ludwig bei der Werkgruppe "Türken in Deutschland" Candida Höfer. Auch hier entspann sich eine lebhafte Diskussion um das Thema "Migranten" in Deutschland.
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Im 2. Teil der Veranstaltung beschäftigten wir uns erneut mit den Farbkarten, mit denen wir zuvor die Farben des Gemäldse "Kaisersonntag" von Lovis Cortinth untersucht  hatten. Wolfgang Mennels Gedicht "Das farbigste Gedicht der Woche" (Downloadmaterial: ROTBLAUSCHWARZGRAU - Begleitheft für darstellende Kunst junges akademietheater ulm im Internet) lieferte eine wunderbare Anregung nach einen "Lieblingsbild" zu suchen. Mennel hat in seinem Gedicht mit Farbadjektiven gearbeitet. Nach seinem Vorbild sollten aus der 1. Strophe des Gedichts 4 Zeilen mit den Farbkarten auf den Museumsboden gelegt werden. Natürlich kann eine derartige Aufgabenstellung nicht ohne Vorbereitung in der Schule gelingen. Im vorbereitenden Unterricht sollte das Gedicht erarbeitet werden, beispielsweise indem die verschiedenen Farbadjektive als Farben in Illustrierten gesucht und ausgeschnitten werden und Karten mit den Farben und Wörtern beklebt werden. Sehr viel einfacher wäre ein Parallelgedicht zu Eugen Gomringers Gedicht "du blau" (http:/aircube.at/eugen-gomringer) von den Schülerinnen und Schülern als Farbgedicht zu einem Lieblingsbild zu legen. Auch dieses Übung wurde erprobt. Natürlich wären statt der Farbkarten auch Wortergänzungen möglich. Beide Aufgaben sind auch nacheinander sinnvoll, wenn man Farbnuancen zu Bildern benennen möchte.         Die Teilnehmerinnen der Arbeitsgemeinschaft werden nun im Unterricht den Museumsbesuch vorbereiten und mit ihren Schülkerinnen und Schülern ins Museum kommen. Natürlich werden wir die Besuche kommentieren und  im blog darüber berichten. Das nächste Treffen der Arbeitsgemeinschaft "Leichte Sprache" wird am 22.Mai 2014 von 15:30-17:30 Uhr im Wallraf-Richartz-Museum stattfinden. Interessenten können sich noch anmelden.
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    Anfang der Woche. Lorena Markewitsch, Praktikantin im Museum für Angewandte Kunst und die Museumspädagoginnen Romana Breuer und Karin Rottmann trafen sich, um Objekte für das neu zu konzipierende Programm für den italienischen und spanischen Herkunftsprachenunterricht zusammenzustellen. Seit einigen Jahren engagiert sich der Museumsdienst Köln für Herkunftsprachenprogramme in der Museumspädagogik und auch im nächsten Jahr führen wir die erfolgreiche Kooperation mit dem Zentrum für Mehrsprachigkeit fort. Wieder sollen Museumsobjekte vorgestellt werden, die aus den Herkunftskulturen der Zielgruppe stammen. Diese werden thematisch gefasst und methodisch interessant für die Projektarbeit des Italienisch- und Spanischunterrichts aufbereitet. Lorena Markewitsch wird in den nächsten Wochen eine wissenschaftliche Recherche zu den Themen und Objekten durchführen und damit die Textgrundlage für die Lehrerfortbildung schaffen. Und das sind einige unserer Planungsideen: Die schöne Isotta degli Atti von Rimini sollte auf einer Medaille geehrt werden, weil ihr Ehemann, Fürst Sigismondo Malatesta sie so verehrte. Im Schulprogramm werden sich die Schülerinnen und Schüler vorstellen, wie der Herrscher von Rimini den Künstler Matteo di Andrea de‘ Pasti beauftragt, dasPortrait seiner Geliebten und späteren Frau auszuführen. Mit dem Thema „Im Reich der Fürsten“ werden wir uns auch die Hochzeit des Fürstenpaares vorstellen. Um dies anschaulich zu machen, werden die Jungen und Mädchen eines der kostbarsten Objekte des Museums genau untersuchen. . Das ausgesprochen seltene farbige Glas mit Emailmalereizeigt einen festlichen Brautzug aus dem 15.Jahrhundert und gibt Einblickin das luxuriöse Leben des höfischen Lebens. Die am Projekt beteiligten Schulklassen werden selbst in die kostbaren Gewänder unserer historischen Kostüme schlüpfen und sich alsTeilnehmerinnen und Teilnehmer der Hochzeitsgesellschaft fotografieren. Nun wollen wir aber nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall soll das neue Sprachprogramm lustig und spannend werden, wenn zum Beispiel die „Questura“ in Venedig in einem Spionagefall ermittelt, ein Heiliger mit ganz wenigen Soldaten das Abendland rettet oder Theaterstücke im Stil der Commedia dell'arte zu einer etwas verschlafenen Porzellandame mit Spinnrad improvisiert werden. Über den weiteren Verlauf werden wir berichten.  
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Ein Bericht über eine Methodenfortbildung für den Museumsbund Rheinland-Pfalz im Museum Ludwig in Koblenz [Mehr]
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Unser Bericht von der Lehrerfortbildung zur Saul Steinberg Ausstellung. [Mehr]
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Unser Open Space Selbstversuch war ein voller Erfolg. Hier der kleine Bericht vom Tage. [Mehr]
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Ein wichtiger Aspekt unserer Weiterbildungsangebote ist die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern, die ständig unseren Horizont erweitern helfen. Hier geht es um Integration, Partizipation und Kooperation [Mehr]