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 Das Heinrich-Mann-Gymnasium kooperiert seit einiger Zeit mit dem Museumsdienst Köln. Wir haben uns vorgenommen, mit der Sprachintegrationsklasse der Schule mehrere Museumsbesuche durchzuführen und dabei die Arbeit mit Sprache zu betonen. Dieses Pilotprojekt will untersuchen, ob Museumsbesuche und Werkbetrachtungen die Sprachkompetenz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fördern können. Beim ersten Treffen im Museum Ludwig beschäftigten wir uns mit verschiedenen geometrischen Formen, die in einer Auswahl von Bildern gesucht werden sollten. Daran schloss sich die Werkbetrachtung des Gemäldes "Stadt und Land" von Franz Wilhelm Seiwert an. Über die Methoden der Werkbetrachtung ist in anderen Blogbeiträgen schon mehrmals berichtet worden. Zum Abschluss des Treffens sollten die Schülergruppen ein Museumsgraffiti auf dem Museumsboden legen, das die Bildaussage des Kunstwerkes zum Ausdruck bringt. Eine Gruppe legte das Wort "Unterstützung" auf den Boden und wollte damit zum Ausdruck bringen, dass die beiden Männer, der Bauer und der Arbeiter, die sich in Seiwerts Gemälde die Hand reichen, sich gegenseitig unterstützen. Das ist natürlich ein wunderbares Wort, das auch die Einstellung der betreuenden Pädagogen zum Ausdruck bringen kann. Wir wollen mit unserer Arbeit im Museum die vielen Flüchtlinge und Migranten, die zu uns nach Deutschland kommen, willkommen heißen, sie auf dem Weg ihrer Integration in die neue Lebenswelt unterstützen und ihnen über den Besuch unserer Museen eine Teilhabe am kulturellen Leben unserer Stadt ermöglichen. Uns erscheint es auch wichtig, die Herkunftssprachen der Kinder und Jugendlichen einzubeziehen. Es war ein wunderbares Erlebnis zu sehen, wie viele Sprachen in den Wörtern auf dem Boden versammelt waren. Die 18 Schülerinnen und Schüler dieser Integrationsklasse sprechen 17 verschiedene Sprachen. Das führte uns zu der Überlegung, dass wir eine "reiche" Stadt sind, in der so viel Sprachkompetenz zusammenkommt. Und das machte uns alle ein wenig stolz!   Wir werden über die Folgeveranstaltungen berichten.        
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    Der Museumsdienst Köln startet mit einem neuen Projekt für die internationale Sprachintegrationsklasse eine Schulpartnerschaft mit dem Heinrich-Mann-Gymnasium. Unsere erstes Treffen fand im Büro von Michael Mohr (2.v.l), dem Direktor der Schule, statt. Dominique Tetzlaff (2.v.r) die Deutschlehrerin der Klasse und Sarah Condé (1.v.l), die Schulsozialarbeiterin der Schule diskutierten mit Karin Rottmann vom Museumsdienst die vielen Möglichkeiten. Gemeinsam entwickelten wir Ideen für ein erstes Museumsmodul im Herbst. Die Museumsbesuche sollen als Begegnungen mit den kulturellen Schätzen unserer Stadt erlebt werden, bei denen "Sprache" ganz nebenbei angewendet werden soll. In der Zeit zwischen den Besuchen werden die sprachlichen und inhaltlichen Aspekte im Deutschunterricht vertieft. Nach dem ersten Museumsmodul wollen wir uns im Expertenkreis zusammensetzen und unsere ersten Erfahrungen mit dem Angebot diskutieren, deshalb werden wir jedes Treffen im Museum durch einen Fragebogen begleiten. Eine weitere Idee des Treffens war, die Arbeitsergebnisse der Schülerinnen und Schüler über unseren Blog zu veröffentlichen. Alle Beteiligten sind gespannt auf das im Oktober startende Museumsmodul. Wir werden berichten.
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"Deutsch lernen im Museum" ist seit einiger Zeit ein großes Thema in der Museumspädagogik. Schon seit vielen Jahren kooperieren wir mit einer Reihe von Hochschulen und erhalten auf diese Weise Rückmeldungen zu unseren Programmkonzepten. Die Ferien sind wunderbare Zeiträume, mit Migrantengruppen unsere Museen zu besuchen und ganz nebenbei "Deutsch" zu lernen. Vor einigen Tagen war eine Gruppe des Jugendmigrationsdienstes der Katholischen Jugendagentur mit neun jungen Frauen und Männern im Museum Ludwig. Das Gemälde "Stadt und Land"  von Franz-Wilhelm Seiwert stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Dazu hatten wir gezielt Material vorbereitet und suchten den Einstieg über die geometrischen Grundformen, die Seiwert im Bild benutzt hat.   Die Formen wurden zum Gemälde ausgewählt, der passende Begriff als Wort gefunden und die Gegenstände benannt und zugeordnet, die als Kreis, Halbkreis oder Viereck zu finden waren. Wir sahen, dass sich die beiden Männer die Hand geben und kamen zum Schluss, dass sie "Freunde" sind. Die Idee griffen wir in der Werkstatt auf und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestalteten ein Gruppenbild mit geometrischen Figuren, die sich die Hände reichen.    
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Zur Zeit ist die Ausstellung "typisch deutsch" mit den Objekten von Rolf Sachs im Museum für Angewandte Kunst sehr beliebt. Studierende, die sich in ihrem Seminar die Frage stellen, wie sie Deutsch als Zweitsprache in ihrem Fachunterricht vermitteln können, nahmen sich die Zeit, heute in die Ausstellung zu kommen und über typisch deutsche Eigenschaften zu reflektieren. "Ordentlich, fleißig, zuverlässig .... Rolf Sachs hat mit seinen Arbeiten ins Schwarze getroffen". "Aber, wie sehen sich deutsche Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund?" - Es gab bereits einige interessante Gespräche mit jungen Leuten, die sich als Deutsche fühlen und einen Migrationshintergrund haben. Oft werden diese "deutschen Tugenden" als positiv begriffen, werden aber von weiteren Tugenden, die dem Migrationshintergrund geschuldet sind, ergänzt. Das Fachseminar beschäftigte sich mit Aufgabenstellungen zu den Objekten, die für Sprachlerner geeignet sind. Eine weiterführende Aufgabenstellung beschäftige sich mit der Arbeit "Plichtbewußtsein", bestehend aus 5 Mülltonnen, die das Thema "Mülltrennung" auf iritierende Weise thematisiert. Hier wird nicht Plastik, Papier oder Restmüll getrennt, sondern "Schadenfreude, Sturheit, Intoleranz, Neid und Spießigkeit". Dazu wollten wir eine Übung zum kreativen Schreiben mit einer anschließenden Performance durchführen. Die Studierenden bekamen einen Text aus einem TV-Magazin und erhielten den Auftrag, Nomen aus dem Text auszuwählen und in die Textlücken eines Arbeitsblattes zu setzen. Zusätzlich sollten die ausgewählten Wörter auf ein Papier geschrieben und in der Performance in einen kleinen Mülleimer geworfen werden. Der "poetische Abfalleimer" füllte sich in den Präsentationen der Arbeitsgruppen mit Wörtern, die man mit Medienkritik verbinden konnte. Hier ein Beispiel:   Der poetische Abfalleimer   Deckel auf, Lieblingsproramm rein, Deckel zu!   Deckel auf, App rein, Deckel zu!   Deckel auf, Inhalte rein, Deckel zu!   Deckel auf, Erinnerungsfunktionen rein, Deckel zu!     Nächste Woche gibt es ein weiteres Treffen mit der Seminargruppe. Natürlich wird auch darüber im blog berichtet.  
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    Anfang der Woche. Lorena Markewitsch, Praktikantin im Museum für Angewandte Kunst und die Museumspädagoginnen Romana Breuer und Karin Rottmann trafen sich, um Objekte für das neu zu konzipierende Programm für den italienischen und spanischen Herkunftsprachenunterricht zusammenzustellen. Seit einigen Jahren engagiert sich der Museumsdienst Köln für Herkunftsprachenprogramme in der Museumspädagogik und auch im nächsten Jahr führen wir die erfolgreiche Kooperation mit dem Zentrum für Mehrsprachigkeit fort. Wieder sollen Museumsobjekte vorgestellt werden, die aus den Herkunftskulturen der Zielgruppe stammen. Diese werden thematisch gefasst und methodisch interessant für die Projektarbeit des Italienisch- und Spanischunterrichts aufbereitet. Lorena Markewitsch wird in den nächsten Wochen eine wissenschaftliche Recherche zu den Themen und Objekten durchführen und damit die Textgrundlage für die Lehrerfortbildung schaffen. Und das sind einige unserer Planungsideen: Die schöne Isotta degli Atti von Rimini sollte auf einer Medaille geehrt werden, weil ihr Ehemann, Fürst Sigismondo Malatesta sie so verehrte. Im Schulprogramm werden sich die Schülerinnen und Schüler vorstellen, wie der Herrscher von Rimini den Künstler Matteo di Andrea de‘ Pasti beauftragt, dasPortrait seiner Geliebten und späteren Frau auszuführen. Mit dem Thema „Im Reich der Fürsten“ werden wir uns auch die Hochzeit des Fürstenpaares vorstellen. Um dies anschaulich zu machen, werden die Jungen und Mädchen eines der kostbarsten Objekte des Museums genau untersuchen. . Das ausgesprochen seltene farbige Glas mit Emailmalereizeigt einen festlichen Brautzug aus dem 15.Jahrhundert und gibt Einblickin das luxuriöse Leben des höfischen Lebens. Die am Projekt beteiligten Schulklassen werden selbst in die kostbaren Gewänder unserer historischen Kostüme schlüpfen und sich alsTeilnehmerinnen und Teilnehmer der Hochzeitsgesellschaft fotografieren. Nun wollen wir aber nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall soll das neue Sprachprogramm lustig und spannend werden, wenn zum Beispiel die „Questura“ in Venedig in einem Spionagefall ermittelt, ein Heiliger mit ganz wenigen Soldaten das Abendland rettet oder Theaterstücke im Stil der Commedia dell'arte zu einer etwas verschlafenen Porzellandame mit Spinnrad improvisiert werden. Über den weiteren Verlauf werden wir berichten.  
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Im ersten Teil des Workshops haben die Kurskinder der Caritas Integrationsagentur die Inselwelt Ozeaniens kennen gelernt. Wir berichteten gestern darüber. Die Ausstellung "Made in Oceania", die bis zum 27.4.2014 im Rautenstrauch-Joest-Museum zu sehen ist, zeigt vor allen Dingen "Tapa-Textilien". Das sind Stoffe, die aus Rindenbast hergestellt werden und deren Dekoration. Im Ferienkurs beschäftigten uns vor allen Dingen die vielen Tiermotive, die in abstrahierter Form überall gegenwärtig sind. "Da ist ein Fisch!" und "Da ist ein Vogelschwarm!". Immer wieder begegneten uns auf den Textilien Zackenlinien in Streifenformation. Die Kinder sollten nun raten, was wohl mit diesen Zackenreihen gemeint sei. Zur Beantwortung dieser Frage mussten dann doch ein paar Tipps gegeben werden. "Die Zacken sind nur ein Teil eines Tieres! Das Tier schwimmt im Wasser." Nun dämmerte es den kleinen Museumsgästen: "Haifischzähne?!" Ja, wir fanden eine ganze Menge dieser Haifisch-Zackenreihen, aber auch Wellen und Strudel und Vögel und Fische und kleine Echsen. Die vielen schönen Muster und Bilder machten natürlich Lust, selbst etwas gestalterisch zu machen. In der Werkstatt schauten wir uns viele Tierfotos aus Ozeanien an und hatten so genug Anregungen, aus vorbereiteten Kreisen, Vierecken, Dreiecken, Streifen und Wellenformen eine bunte Tierwelt zu erschaffen. Das machte den Mädchen und Jungen viel Spaß. Nachdem jedes Kind 2 Postkarten mit Tiermotiven beklebt hatte, wollten alle noch ein gemeinsames großes Plakat mit den Tiermotiven gestalten, natürlich auf blauem Karton als Hommage an die Maori, die das "große Blau", den Pazifischen Ozean so lieben.
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Die Maori nennen den Pazifischen Ozean "Moana" - das große Blau. In der Ausstellung "Made in Oceania" bis 27.4.2014 im Rautenstrauch-Joest-Museum zu sehen, begrüßt den Besucher die großformatige Arbeit von Andreas Gurski, die die gewaltige Wasserfläche zwischen Papua Neu Guinea und Südamerika aus dem Weltraum aus gesehen zeigt. Darüber verteilt sind die verschiedenen Inselgruppen der Südsee. "Das ist wirklich ein großes Blau!" meinten die Kinder aus dem Ferienkurs der Caritas-Integrationsagentur, die uns gestern im Museum besuchten. "Wie mögen wohl die Menschen dort auf den Inseln wohnen und wie kommen sie von einer Insel auf die andere?" fragten gleich mehrere der 10 Jungen und Mädchen von 5 bis 12 Jahren. Die Kleinste aus der Gruppe hatte die geniale Idee, dass einer vorschwimmt und die anderen folgen. Wir kamen dazu, dass Boote in diesem Zusammenhang eine bessere Lösung wären. Aber auch die Bootsfahrt kann schwierig sein, wenn man nicht weiß, wo die nächste Insel ist. Das "Global Positioning System",  kurzgenannt "GPS" gab es früher noch nicht. Wie haben die Maori das früher gemacht? "Auf jedenfall waren das ganz mutige Leute, denn einfach so "ins Blaue" über diesen großen Ozean zu fahren, das kann sehr gefährlich sein, schon alleine wegen der Haifische!" meinten die Kinder einstimmig. Es gab eine Reihe weiterer kluger Vorschläge: Feuer, seien gut, damit könnte man auf der Nachbarinsel sehen, wo die Insel sei. "Aber was macht man, wenn das Feuer ausgeht?" "Leuchttürme sind besser", war dann allgemeine Meinung. "Aber die Inseln sind sehr weit voneinander entfernt, was macht man, wenn das Licht nicht so weit reicht?" Es war dann eine Erleichterung, als die Idee aufkam, dass die Sterne im Himmel den Weg weisen könnten. "Und die Inselbewohner der Südsee waren so klug, das vor langer Zeit schon herausgefunden zu haben". Sie konnten die Sterne deuten und mit diesem Wissen ihre Boote navigiernen, das heißt, sie konnten sie sicher über das Meer zu ihren Inseln führen. In der Ausstellung haben wir darüber Hinweise auf einer Darstellung auf Tapa-Gewebe gefunden. Darauf sieht man die Katamaranboote, die zwei Schiffsrümpfe und ein Verbindungsdeck haben, fantasievoll wie Schmetterlinge ausgestaltet und die Sterne. Wir stellten uns den nächtlichen Sternenhimmel vor, ohne Wolken und ohne Schmutz in der Luft. "Anders als bei uns funkelt er in der Südsee mit Tausenden von Sternen". Diese Idee verlangte nach Umsetzung: In Windeseile entstand ein toller nächtlicher Sternenhimmel mit vielen bunten Sternchen wie aus bunten Edelsteinen.  
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Mit Berliner und Frankfurter Kolleginnen starten wir mutig die große Herausforderung "Alle Welt : Im Museum". Hier sind noch einmal alle Partner unseres Netzwerkes und vor allem die wichtigsten Links aufgeführt ! [Mehr]
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Wie können wir Nicht-Besuchern und Besucherinnen mit Migrationshintergrund die Türen zum Museum öffnen? Wie können Museen und Migrantenselbstorganisationen sinnvoll zusammen arbeiten? Diesen Fragen geht das vom Bundesinnenministerium, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, geförderte Projekt "Alle Welt: Im Museum" nach. Und wir beteiligen uns! [Mehr]
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Ein wichtiger Aspekt unserer Weiterbildungsangebote ist die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern, die ständig unseren Horizont erweitern helfen. Hier geht es um Integration, Partizipation und Kooperation [Mehr]