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Vergangenen Dienstag trafen sich 17 Erzieherinnen aus städtischen Kindertageseinrichtungen im Museum Ludwig. Im Laufe eines Vormittags sollten sie ein Bild vertonen, Picasso näher kennen lernen und eine völlig neue Methode mit Filzplatten entdecken. [Mehr]
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Sigmar Polke (1941-2010) hat immer wieder Palmen dargestellt und dem Motiv mehrfach neue Sinnbezüge gegeben. Mit einer neu entwickelten Collagetechnik lassen sich die unterschiedlichen Sinnbezüge entschlüsseln und vermitteln. [Mehr]
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Unsere Praktikantin Johanna Hardt hat die Schulangebote zur Sonderausstellung über Sigmar Polkes Werk mit vorbereitet und folgenden Blogbeitrag geschrieben: Die Eröffnung von Sigmar Polkes Retrospektive steht vor der Tür. Nur noch knappe zwei Wochen wird es dauern, bis das Museum Ludwig dazu einlädt, in die Welt des bedeutenden Gegenwartskünstlers einzutauchen. Hinter den Kulissen läuft die Planung der Ausstellung auf Hochtouren, fleißig wird an den letzten Kleinigkeiten geschliffen. Auch denjenigen, die sich Polkes experimentierfreudiger Schaffensweise aktiv nähern wollen, soll dieses Mal Raum gegeben werden. Unter dem Namen Polke-Labor werden Besucher dazu angeregt, im austellungseigenen Atelier ihr künstlerisches Potential zu entfalten. Inspiriert von den Werken des Künstlers, finden sie ihren Weg durch die Ausstellung hin zum Labor, um sich nun selbst kreativ auszuprobieren. Für das Konzept trafen sich am Mittwoch, den 11. Februar um 12:30 Uhr Angelika von Tomaszewski und ihre Praktikantin Johanna Hardt mit Karin Rottmann, um erste Ideen auszutauschen, Möglichkeiten abzuwägen und Angebote zu besprechen. Um Polkes Experimenten mit vielfältigen Materialien gerecht zu werden, können sich die Gäste verschiedenster Techniken bedienen. Verteilt auf mehrere Stationen können sich Interessierte vesuchen und ihren Ideen freien Lauf lassen. Sie werden an Collage- und Frottagemethoden herangeführt, können mit Schattenwürfen und Überlagerung experimentieren und lernen Stencil-Art kennen. Im Umgang mit Polke dürfen natürlich auch die Raster nicht fehlen. In einem Workshop für die Primarstufe gilt es sich ganz im Sinne des Titels „Rasende Rasterei“ mit Überlagerungen selbst angefertigter Raster zu erproben. Durch unterschiedliche Farben, bunte Folien und verschiedene Hintergründe sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und es kann geprüft werden, welche unterschiedlichen Wirkungen entstehen. Inmitten der imposanten Ausstellung wird das Polke-Labor zu einem Forum, das den Besucher zum aktiven Gestalter macht und ihn mit Polkes Arbeitsweise nahe bringt. An Werktagen steht die Werkstatt für Schulklassen offen, Individualbesucher haben die Chance, das Angebot jeweils am Wochenende von 11.00 bis 17.00 Uhr zu nutzen.
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Eine Gruppe von Referendarinnen und Referendaren mit der Fächerkombination Kunst, Musik und Sport besuchte mit ihren Fachleiterinnen, Christina Otto, Carolin Moss und Christina Keune das Museum Ludwig. Das Treffen sollte dazu genutzt werden, Methoden der Museumspädagogik kennen zu lernen und zu diskutieren, wie die angehenden Lehrkräfte künftig mit ihren Klassen den außerschulischen Lernort nutzen könnten. Es war schön zu sehen, dass die jungen Kolleginnen und Kollegen neben den kunstpädagogischen Aspekten der Kunstbetrachtung im Museum auch immer wieder Ideen ihrer Fächerkombinationen einbrachten. Das Foto zeigt, wie Gegenstände, die auf Erich Heckels "Fasanenschlösschen" benannt und von der Gesamtgruppe als Luftzeichnung umgesetzt wurden. Derartige Übungen zeigen, wie eng die Wahrnehmung von Kunst und Sprache verbunden ist, um so mehr, wenn das Wort im Bild gesehen und dessen Form in Bewegung umgesetzt wird.
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In ihrer Projektwoche sollten 26 Schülerinnen der Ursulinenrealschule die Gelegenheit bekommen, das Museum Ludwig auf unkonventionelle Weise kennen zu  lernen. Zwei Tage dauerte die Beschäftigung mit dem für die meisten Jugendlichen nicht sehr geliebten Lernort. Museen, da wollen wir uns nichts vormachen, sind für diese Zielgruppe "langweilig" und "nicht cool". Begonnen haben wir mit Museumsgraffitis. Die Mädchen hatten den Auftrag, in Gruppen durch das Museum zu gehen und ein Wort für den Ort, ein Wort für ein Kunstwerk oder zwischen zwei Kunstwerke zu legen. Wenn sich die Gruppe auf ein Wort geeinigt hätte, sollten sie aus den mitgebrachten Häkelschnüren geeignete Farben auswählen und das Wort gut platziert auf den Museumsboden legen. Die Klasse überraschte mit Worten, die in der Auswertungsrunde zu interessanten Gesprächen über Kunst anregten. Zu Ellsworth Kellys "Drei Bildtafeln: Blau Gelb Rot" von 1966 legte eine Arbeitsgruppe das Wort "Leben" in verschieden farbigen Großbuchstaben. Das Plenum, das zunächst den Auftrag hatte, zu begründen, warum das Wort zum Bild gelegt wurde, empfand den Begriff passend, weil das große freundliche Gelb im mittleren Bild als Sonne gedeutet wurde und "Sonne" mit Leben gleichzusetzen sei. Das war auch die Absicht der Autorinnen des Wortes. Sie deuteten auch die beiden Bildtafeln, das Rot unten und das Blau oben symbolisch. Himmel und Hölle und in der Mitte das Leben wurden assoziiert. Auch der Typografie des Wortes wurde Bedeutung beigemessen. Die Farben der Schnüre nahmen die des Kunstwerkes auf und die Größenverschiebung vom übergroßen Anfangsbuchstaben bis hin zum kleinen "n" sollte ausdrücken, dass das Leben endlich sei. Die Gespräche zu den Graffitis und Kunstwerken wurden zu kleinen Diskursen über das Gesehene. In einer weiteren Aufgabenstellung sollten die Schülerinnen nach Schreibrezepten kleine Gedichte zu ihrer persönlichen Werkauswahl schreiben. Der zweite Projekttag hatte die Präsentation der Texte zum Ziel. Dazu arbeitet der Museumsdienst seit geraumer Zeit mit Theaterpädagogen und Schauspielern zusammen, denn auch das Sprechen will gelernt sein. Die Klasse artikulierte auch sehr sensibel die Probleme des Sprechens vor einer Gruppe und hatte sehr viel Spaß an den Übungen, die Omar El-Saeidi mit ihnen durchführte. Sie halfen den Mädchen, ihre Angst vor dem Sprechen vor einer Gruppe zu überwinden und effektvoll vor einem Publikum aufzutreten. Leider kann der Beitrag nicht wie sonst üblich durch Fotos bebildert werden.
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Alle Semester wieder bietet Dr. Paul Meyermann vom Sprachlernzentrum der Universität zu Bonn im Kontext des DaF-Studiums eine Exkursion in eines der Museen der Stadt Köln an. Letzten Samstag trafen wir uns, um mit assoziativen Methoden das Museum Ludwig kennen zu lernen. Unser Ziel war es, den zukünftigen Deutschlehrerinnen und -lehrern einige Methoden vorzustellen, die auch in Sprachkursen gut einsetzbar sind. In Gruppenarbeit sollte die besondere Qualität des Lernortes Museum erfahrbar gemacht werden. Wie schon oft an dieser Stelle vorgestellt, wurden Museumsgraffitis gelegt, Elfchen und Parallelgedichte geschrieben und andere assoziative Zugangsformen erprobt und lebhaft diskutiert. Wir stellten fest, dass nicht alle mit jeder Methode gut arbeiten können. Dies ist eine wertvolle Erkenntnis, weil sie auch deutlich macht, dass auch Lernende mit einem Verfahren gut, mit dem anderen aber nicht gut arbeiten können. Ich möchte auf die Arbeit einer Gruppe näher eingehen, die die Aufgabe gestellt bekommen hatte, im Museum zum Begriff "Gegensätze" ein Kunstwerk zu suchen und über eine ABC-Liste Assoziationen zu sammeln. Beim Rundgang stießen die jungen Kolleginnen auf die Arbeit von Ken Okiishi und fanden diese passend zum Begriff. Sie fingen an, die Wörterliste anzulegen. Im Verlauf dieser Arbeit entdeckten sie, dass Okiishi sich mit Günther Ueckers "Große Spirale" auseinandergesetzt hatte und untersuchten beide Arbeiten über einen Dialog der Gegensätze. Dieses Wechselspiel der Entdeckungen war der Impuls für die Präsentation: Zwei Gruppenteilnehmerinnen sprachen ihre Wörter auf das jeweils andere Kunstwerk hin ausgerichtet. Beim Auswertungsgespräch wurden diese überraschenden Momente des Entdeckens als eine besondere Qualität des Lernortes "Museum" erlebt.    
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Im gestrigen Treffen der Arbeitsgemeinschaft "Leichte Sprache" im Museum Ludwig sollte es um das Thema "Farben und Gefühle" gehen. Zu Beginn sichteten wir das Material, das der Museumsdienst Köln bereits für eine Schülerwerkstatt in der Primarstufe erarbeitet hatte. Im Zentrum dieser Werkstatt steht das Bilderbuch "Heute bin ich" von Mies van Hout. Die Illustratorin hatte in diesem Buch Kreidezeichnungen von Fischen mit Adjektiven verknüpft und diese Gefühls-Wörter auch typografisch interpretiert. Die Kolleginnen aus der Förderschule fanden die Thematik sehr interessant und konnten sich gut vorstellen, mit ausgewählten Adjektiven die persönlichen Befindlichkeiten und Gefühle zu thematisieren. Es wurden mögliche Unterrichtsreihen, die in diesem Halbjahr anstehen, einbezogen. Die Lehrerin Janina Goldberg sieht eine Möglichkeit, die Thematik im Kontext einer Unterrichtseinheit zur Sexualkunde einzubeziehen. Im Deutschunterricht wäre es sinnvoll, eine Auswahl von Adjektiven zu untersuchen. Wir spielten das an einigen Wörtern, die Mies van Hout für ihr Buch ausgewählt hatte, durch. So erscheint es uns sinnvoll, das Wort "neugierig" zunächst in seiner Wortbedeutung  zu besprechen. Im Duden findet sich das Wort "wissbegierig", aber auch "vorwitzig" als Bedeutungsspektrum. Es kam ebenso die Idee auf, das Adjektiv mimisch zu interpretieren und eventuell Fotos von den Schülerinnen und Schülern zu machen. Nach dieser Vorbereitung ist es vorstellbar, mit den Lerngruppen ins Museum zu gehen und expressionistische Portraits mit den erarbeiteten Adjektiven zu betrachten. Mit den von uns ausgewählten Gemälden von Pechstein und Jawlensky konnten wir gut arbeiten und merkten sehr schnell, dass Kunstwerke sehr vieldeutig sind und man mehrere Wörter der Liste unterschiedlich deuten kann. Als nächsten Schritt überlegten wir den Transfer dieser Eindrücke auf die persönliche Befindlichkeit. Ein Arbeitsblatt zum Thema "Heute bin ich...", zu dem Adjektive zur eigenen Person gesammelt und diese dann Farben zugeordnet werden sollten, half bei der Strukturierung. Die Kolleginnen hatten zum AG-Termin "Selfis" ausgedruckt, die nun zum Einsatz kamen. Die praktische Aufgabe lautete, das Selbstportrait mit den ausgewählten Farben des Arbeitsblattes zu kolorieren. Die Technik wurde freigestellt. Einige der Arbeitsergebnisse sind weiter unten zu finden. Die Kolleginnen aus den Förderschulen beginnen nun ihre Unterrichtseinheiten auszuarbeiten und werden zum Thema auch das Museum Ludwig besuchen. Wir werden berichten. Heute bin ich ... und Farbe.docx (44,79 kb)      
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"Achse", eine große Arbeit von Robert Rauschenberg, stand im Zentrum des letzten Museumsworkshops der 7c, einer reinen Jungenklasse der Ursulinenrealschule in Köln. Im Projekt "7c Goes Pop" erkundeten die Jungen die neue Sonderausstellung, die die Pop Art-Sammlung des Sammlerehepaares Ludwig in Szene setzt. Herr Peters, der Kunstlehrer und ich wählten die zu besprechenden Werke auch unter Gendergesichtspunkten aus. Dies wertschätzte die Lerngruppe, und es war für uns erstaunlich, dass die meisten der Jungen sehr intensiv auf die ausgewählten Kunstwerke ansprachen. Rauschenbergs Arbeit wurde zunächst formal untersucht. Wir sahen, dass die großformatige Collage aus vier Leinwänden besteht, auf der Farbflächen verteilt sind. Einzelne Schüler sortierten einzelne Farben als Karten auf der Demonstrationsfläche. Mit dem Kunstlehrer, der auch als Künstler arbeitet, konnten wir diskutieren und erfuhren von ihm, dass er Farben oft intuitiv setzt. Auch Robert Rauschenberg verteilte die Farbflächen frei, es entstehen auf diese Weise keine Schwerpunkte. Nicht nur die Farben Rot, Orange, Gelb, Blau, Schwarz und Weiß und Formen, wie wir das aus der abstrakten Malerei kennen, sind auf der Leinwand verteilt, Rauschenberg ordnete ebenso verschiedene Motive auf seiner Bildfläche. Wortkarten mit Begriffen wie Wahrzeichen, Symbol, Politiker, Kunstwerk, Technik oder Raumfahrt wurden den Bildmotiven zugeordnet und vermittelten ein wildes Chaos, wie ein Schüler feststellte. Im nächsten Schritt sahen wir, dass die Bildmotive alle etwas mit den USA zu tun haben. Interessant war die Rotfärbung des Fotos von John F. Kennedy. Die Schüler meinten, dass dies möglicher Weise ein Hinweis auf die Ermordung des Präsidenten sei. Auch das für die USA wichtige Ereignis der Mondlandung wurde im Bild entdeckt. Immer mehr der wild zusammengesetzten Bildelement ergaben Bedeutung. Der Fußabdruck auf der Leinwand könnte als Hinweis auf  die Fußspur des Astronauten auf dem Mond verstanden werden, die Freiheitsstatue als Wahrzeichen der Vereinigten Staaten. Wir stellten fest, dass Rauschenberg ein Bild von Amerika gestaltet hat. Das Amerika von 1964, wie die Beschriftung informierte. Die Klasse sollte sich nun eine praktische Aufgabe stellen. Und es wurde sehr schnell klar, dass das ein Bild von ihrem Leben in Köln sein soll: mit Dom, dem Geißbock, Handys und was 12-jährige Jungen sonst noch finden werden.  
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Die Internationale Klasse des Heinrich-Mann-Gymnasiums traf sich erneut zu einem Workshop im Museum Ludwig. Diesmal stand die Arbeit "Achse" von Robert Rauschenberg von 1964 im Mittelpunkt. Jede Schülerin bzw. jeder Schüler sollte zunächst das Kunstwerk betrachten und dabei auf einem Blatt die Bewegungsspur der Augen festhalten und durch die Zahlen 1-10 markieren. Im zweiten Schritt schrieben alle auf, was den Blick festgehalten hat, beispielsweise die rote Farbe, das Bild von John F. Kennedy, die Freiheitsstatue, eine Kreisform oder einen Fußabdruck. Auf diese Weise wurde ein Wortschatz zum Kunstwerk zusammengetragen und Zeit gegeben, das Bild genauer wahrzunehmen. Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wanderten ihre Betrachtungsspur im Bild nach. Dadurch konnten wir sehen, dass sich die Augen wie Tänzer über die Leinwand bewegten. Dies gab Gelegenheit, über die enge Zusammenarbeit von Robert Rauschenberg mit dem Choreographen Merce Cunningham  und die Erweiterung des Kunstbegriffs zu sprechen. Danach interessierte uns die Frage, welche Bilder der Künstler in seiner Arbeit verarbeitet hat. Wir entdeckten in John F. Kennedy den bekannten Politiker, möglicher Weise gekennzeichnet durch die rote Farbe als Hinweis auf seine Ermordung. Wir entdeckten Bilder im Kontext der Mondlandung, das Paradeprojekt der USA, das Fortschritt symbolisiert ... Die Schülerinnen und Schüler sahen, dass Robert Rauschenberg ein Bild seiner Zeit entworfen hat. In der Schule will die Kasse nun auch eine großformatige Collage zu ihrer Zeit gestalten. Das Projekt mit der Internationalen Klasse des Heinrich-Mann-Gymnasiums wird im nächsten Jahr fortgeführt.      
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Schon mehrmals hatten wir zusammengearbeitet - heute kam die Klasse in weitgehend neuer Zusammensetzung. Einige der Schülerinnen und Schüler sind neu in die Lerngruppe gekommen und kannten die Arbeit im Museum noch nicht so gut. Die "alten Hasen" erklären den Neulingen schnell, wie das so abläuft. Wir versammelten uns zunächst in einem ruhigen Besprechungsraum und klärten, was wir heute im Museum machen wollten. Anders als die Museums-AG der Pestalozzischule, hatte Lehrerin Janina Goldberg ihre Schülerinnen und Schüler im Matheunterricht mit dem Thema "Formen" beschäftigt. Dass dieses Thema auch etwas mit dem Museumsbesuch zu tun hatte, wussten die Jugendlichen nicht. Deswegen sortierten wir erst mal unser Vorwissen und ordneten die mitgebrachten Wörter den Formen zu. Im Museum gingen wir dann auf die Suche nach diesen Formen. Es war erstaunlich, dass in sehr vielen Bildern diese Formelemente zu finden sind, auch wenn es gar nicht um Geometrie ging. Es ist schön, die Schülerinnen und Schüler auch mal frei zu Kunstwerken reden zu lassen. Vor Paul Klees "Hauptweg und Nebenwege" wurde nicht nur die Nillandschaft entdeckt, man sah auch direkt eine Leiter, die von unten nach oben in den Himmel führt. Und ein Schüler meinte, dass man dahin ginge, wenn man tot sei und ein anderer sah, dass man direkt zum Himmel gehen oder auch Umwege gehen könne. Seiwertz Gemälde "Stadt und Land" wurde auf die bereits beschriebene Weise bearbeitet. Diesmal legten die Schülerinnen und Schüler Figuren im Stile des Vorbildes auf den Museumsboden. Es entstand eine Gemeinschaftsarbeit mit Feldern, einer Lokomotive, die zur Fabrik fährt und vielen bunten Bauern. Da unser Treffen das letzte in diesem Jahr war, wollten wir noch etwas besonderes machen. Die Klasse wünschte sich eine "Überraschung" und ich erzählte eine kleine Geschichte zu Ernst-Ludwig Kirchners Gemälde "Bahnübergang". Die Schülerinnen sollten mit den passenden Geräuschen meine Geschichte vertonen. Das gefiel einer Schülerin so sehr, dass sie fragte, ob sie die Geschichte auch mal erzählen dürfe und die Klassenkameraden die Geräusche machen sollten. Das war eine Premiere und wir alle hatten unsern Spaß. Es ist erstaunlich, was regelmäßige Museumsbesuche bewirken. Ich bemerke, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit jedem Mal freier im Museum bewegen und sich freuen und die Situation genießen. Es entsteht Vertrauen auf beiden Seiten. Es ist schön zu sehen, wie selbständig die Schüler ihre Aufgaben lösen und auch neue Dinge entdecken und ihre Potentiale nutzen. Die begleitenden Lehrerinnen heute bemerkten, dass die Klasse in der letzten Zeit sehr unruhig sei, dass das Museum jedoch eine Verhaltensänderung bewirkt. Die sonst schwierigen Jugendlichen sind hier ausgeglichen und diszipliniert. Das freut uns natürlich alle sehr.