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Rituale spielen in allen Bevölkerungsgruppen eine wichtige Rolle. Sie können den Übergang von einer Lebensphase in die nächste markieren, eine Begrüßung herzlicher machen oder den Abschied erleichtern. Wie solche Rituale in verschiedenen Kulturen aussehen und welche Rituale uns selbst aus unserem Alltag vertraut sind, entdeckten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 des Franken-Gymnasium Zülpich am 14. Februar. Gemeinsam mit der Tänzerin und Choreografin Dulce Jiménez erlebten sie einen Tanzworkshop im Rautenstrauch-Joest-Museum. Schon im Eingangsbereich des Museums sehen die Kinder auf einer großen Leinwand Filmaufnahmen von unterschiedlichen Begrüßungsritualen. Viele dieser Begrüßungen ähneln kleinen Choreografien. Bevor die Teilnehmer im Tanzraum an ihren eigenen Choreografien arbeiten können, erfahren sie mehr darüber, wie Anfang und Ende, Begrüßung und Abschied durch Rituale begleitet werden, zum Beispiel an dem Gabentisch des mexikanischen Künstlers Raul Anguiano, der die Bräuche des mexikanischen Totenfestes zeigt. Im Tanzraum werden anschließend erst einmal die Schuhe ausgezogen, dann kommt die Gruppe in Bewegung. Die Schülerinnen und Schüler probieren Bewegungen zu ihren Namen aus. Danach wird in Paaren eine kleine Begrüßungszeremonie erarbeitet und vorgeführt. Zum Anschluss des Tanzworkshops entwickelt die Klasse gemeinsam eine Abschieds-Choreografie. Der Tanzworkshop und neun weitere Angebote für die Klassen 5 bis 8 können im Rahmen des Projektes museumsbus koeln von allen weiterführenden Schulen in den Kreisen Euskirchen, Rhein-Sieg, Oberbergischer, Rheinisch-Bergischer und Rhein-Erft gebucht werden. zu →Informationen, Terminen und Onlinebuchung    Die Klasse spricht vor dem Gabentisch für den Künstler Raul Anguiano über Rituale des mexikanischen Totenfestes.     Im Tanzraum werden eigene Begrüßungsrituale ausprobiert.    
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Julia Müller, die Projektleiterin von museumsbus koeln schrieb: Endlich rollt der Bus wieder: Am 12. Januar brachte der museumsbus koeln die erste Schulklasse in eines der zehn teilnehmenden Kölner Museen. Die Jungfernfahrt bestritt – ausnahmsweise am sonst „museumsfreien“ Montag – die 6. Klasse des Abtei-Gymnasiums in Brauweiler. Ziel war das Rautenstrauch-Joest-Museum. Dort erlebten die 26 Schülerinnen und Schüler einen zweistündigen Tanzworkshop zum Thema „Begrüßungsrituale hier und anderswo“. Lehrerin Bettina Landgraf fand, das sei genau das Richtige für ihre Klasse. Denn darin finden sich Kinder mit unterschiedlichem Background: Ägypten, Polen, Russland, Indien, Türkei, Arabien, Frankreich und Griechenland waren dabei, Den Schülerinnen und Schüler gefiel besonders die Führung durch die abwechslungsreiche Sammlung des Museums, bei der sie sich mit der Bedeutung von Ritualen in unterschiedlichen Kulturen vertraut machten. Ab sofort können weiterführende Schulen aus den Landkreisen rund um Köln - Rhein-Sieg, Rhein-Erft, Euskirchen, Rheinisch-Bergisch und Oberbergischer Kreis - das kostenfreie Angebot nutzen. Das einzigartige Projekt ist eine Kooperation von Museumsdienst Köln, Kreissparkasse Köln, Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln, Regionalverkehr Köln GmbH sowie der Museumspädagogischen Gesellschaft. Neben dem Rautenstrauch-Joest Museum bieten auch alle weiteren Museen der Stadt Köln sowie das Käthe Kollwitz Museum Köln altersgerechte Führungen und Workshops an. So können die Teilnehmer im Wallraf-Richartz-Museum die Maltricks der Impressionisten ausprobieren. Im Käthe Kollwitz Museum geht es um das politische und soziale Engagement der Künstlerin und im Stadtmuseum stehen Produkte und Marken „Made im Cologne“ im Mittelpunkt der Führung. Wer dabei sein will, muss sich beeilen – einige Angebote sind bereits ausgebucht!  Weitere Informationen, Termine und Onlinebuchung     
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Jutta Rymarczyk ist Professorin für die Didaktik der englischen Sprache an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg. Sie kooperiert bereits seit vielen Jahren mit uns und gehört zu den wichtigen Impulsgeberinnen für den Sprachunterricht im Museum. Zwei Tage war sie mit ihren Studierenden Gast in Köln. Wir besuchten zunächst das Rautenstrauch-Joest-Museum, um uns von Peter Mesenhöller die "Gourds" des neuseeländischen Künstlers Glenn Colquhoun vorstellen zu lassen.  Die "Gourds" (Kalebassen) stehen in der Tradition der Maori-Kultur, die die mit typischer Ornamentik verzierten Früchte im Kontext der mündlichen Erzähltradition verwenden. Glenn Colquhoun hatte seine mit Gedichten und Bildern gestalteten Flaschenkürbisse, die Geschichten des deutschen Forschungsreisenden Ernst Diefenbach aus Neuseeland veranschaulichen, dem Museum geschenkt. Aus diesem Anlass wollten wir uns über mögliche Programme im Zusammenhang mit Sprachunterricht austauschen. Nach dem Vortrag des Kollegen Mesenhöller erhielten die Studierenden über einen Impuls den Auftrag, eine Kindheitserinnerung als Gedicht nieder zu schreiben und auf ein eiförmiges Objekt zu bringen. Jede Studentin erhielt ein Bonbon und sollte dazu eine Episode aus der eigenen Biografie assoziieren. Im Plenum wurden diese anrührenden Geschichten erzählt, dazu entstanden nach verschiedenen Schreibrezepten Gedichte in englischer Sprache, mit denen die bemalten Eiformen beschriftet wurden. Die Rückmeldungen der jungen Studierenden war positiv, so dass wir uns an die weitere Ausarbeitung eines Schülerwerkstattprogramms für den Englisch- oder Sprachunterricht begeben werden.  
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Das neue Magazin des Zentrums für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) mit Artikeln und Berichten zu Initiativen und Aktivitäten und einiges mehr finden Sie ab sofort unter folgendem Link: http://www.zmi-koeln.de/images/zmi2013fin.pdf Sie finden einen Artikel über ein Projekt des Museumsdienstes für den türkischen Herkunftsprachenunterricht auf S. 28 ff.
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Das Haus füllte sich mit 1000 Menschen, meist ganze Familien mit Kindern, Eltern und Verwandten. Neben den vielen Workshops und Führungen gab es eine ganz besondere Attraktion, denn Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassen des türkischen Herkunftsprachenunterrichts traten als Museumsexperten auf und stellten dem begeisterten Publikum Museumsobjekte aus dem Orient vor. Über zwei Schulhalbjahre hinweg wurde das Projekt als Kooperation des Museumsdienstes Köln mit dem Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration durchgeführt. 12 Türkischlehrerinnen und -lehrer nahmen an einer Fortbildung im Museum teil und lernten die Sammlung kennen. Es wurden Museumsbesuche im Zusammenhang mit verschiedenen Unterrichtsreihen konzipiert. Im nächsten Schritt führten die Kolleginnen und Kollegen die Unterrichtseinheiten in der Schule und im Museum durch und diskutierten ihre Erfahrungen. Im zweiten Schulhalbjahr wurde es dann spannend, denn nun standen die Präsentationen zum Familientag auf dem Programm. Da wir neben den türkisch-deutschen Familien natürlich auch auf rein deutschsprachiges Publikum hofften, war allen klar, dass die Kinder die Präsentation auf türkisch und deutsch durchführen würden. Das war natürlich gar kein Problem. Akzentfrei, eloquent und zunehmend mit immer mehr Routine stellten sich die Kinder aus den verschiedenen Grund- und weiterführenden Schulen dem begeisterten Publikum. Viele Fachleute aus den Museen und Schulen und Hochschulen waren neugierig und schauten sich das Projekt an. Alle waren sich einig, dass Mehrsprachigkeit eine wunderbare Sache ist. "Man kann als monolingualer Mensch richtig neidisch werden!", stellte ein Kollege fest. Wir alle, ob jung, ob alt, ob mit oder ohne Migrationsgeschichte konnten erleben, dass das Museum ein einzigartiger Ort ist, über die verschiedenen Kulturen miteinander ins Gespräch zu kommen. Und das ist eine wunderbare Erkenntnis für alle!  
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Bei einigen Schülertraineeprojekten steht am Ende als Abschlusspräsentation eine Modenschau. Unsere Traineeprogramme haben das Ziel, Kinder und Jugendliche zu aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Museumsbetrieb werden zu lassen, indem sie selbst ihre Projekte der Öffentlichkeit vorstellen: als Cicerone, bei einem Theaterauftritt, in einer Ausstellung oder eben in einer Modenschau. Das Konzept wurde in den Jahren 2011-2013 über Fördergelder der PWC-Stiftung Jugend-Bildung-Kultur finanziert. Für manche Schülerin oder manchen Schüler ist ein Laufsteg aber eine schwierige Sache. Rick Kam als Leiter der Tanzabteilung der Rheinischen Musikschule hat uns als Fachmann bei den Laufstegtrainings unterstützt. In der Regel fragt Rick die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst nach ihren Vorstellungen. Wie sehen sie das Projekt, und sich selbst darin? Relativ schnell entspinnt sich eine Diskussion über die verschiedenen Möglichkeiten, Partner und Gruppen finden sich und die Musik ist ausgewählt. Es entsteht ein erster Plan für die Performance. Dann beginnt das Training. In der ersten Aufgabe sollen alle Teilnehmer frei im Raum gehen. Die Impulse des Trainers werden umgesetzt: die Arme pendeln zum Schritt, der Blick geht nicht ins Publikum, man orientiert sich auf eine Stelle oberhalb der Köpfe des Publikums, reckt aber nicht das Kinn, man stellt sich vor, man hätte ein Auge im Rücken und geht ganz bewusst, man stellt sich vor, jeder Schritt hinterlasst eine Spur, man ändert den Rhythmus, schreitet, geht, versucht Fröhlichkeit in seiner Performance auszudrücken ... In der nächsten Aufgabe sollen die Jugendlichen in Gruppen und in der festgelegten Reihenfolge über den imaginären Laufsteg gehen. Nach jedem Auftritt gibt es Feedback und Tipps: langsamer gehen, das Tempo variieren, keine Angst vor dem Publikum zeigen, sich auf den Auftritt freuen, die Präsentation des Projektes feiern. Alle bekommen dann noch ein persönliches Coaching: Du bist ein fröhliches Mädchen, welche Gangart ist für Dich richtig ... Es ist immer wieder erstaunlich, welche Effekte diese Trainings haben. Alle, wirklich alle, erleben enorme Fortschritte im Kontext des Körperbewusstseins. Sie erleben sich als Gruppe, die offensiv ein Thema präsentiert. Sich trauen, Selbstbewusstsein aufzubauen, Körperpräsenz bewusst zum Ausdruck zu bringen, sich als Team zu präsentieren sind wichtige Ziele.  
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Im ersten Teil des Workshops haben die Kurskinder der Caritas Integrationsagentur die Inselwelt Ozeaniens kennen gelernt. Wir berichteten gestern darüber. Die Ausstellung "Made in Oceania", die bis zum 27.4.2014 im Rautenstrauch-Joest-Museum zu sehen ist, zeigt vor allen Dingen "Tapa-Textilien". Das sind Stoffe, die aus Rindenbast hergestellt werden und deren Dekoration. Im Ferienkurs beschäftigten uns vor allen Dingen die vielen Tiermotive, die in abstrahierter Form überall gegenwärtig sind. "Da ist ein Fisch!" und "Da ist ein Vogelschwarm!". Immer wieder begegneten uns auf den Textilien Zackenlinien in Streifenformation. Die Kinder sollten nun raten, was wohl mit diesen Zackenreihen gemeint sei. Zur Beantwortung dieser Frage mussten dann doch ein paar Tipps gegeben werden. "Die Zacken sind nur ein Teil eines Tieres! Das Tier schwimmt im Wasser." Nun dämmerte es den kleinen Museumsgästen: "Haifischzähne?!". Ja, wir fanden eine ganze Menge dieser Haifisch-Zackenreihen, aber auch Wellen und Strudel und Vögel und Fische und kleine Echsen. Die vielen schönen Muster und Bilder machten natürlich Lust, selbst etwas gestalterisch zu machen. In der Werkstatt schauten wir uns viele Tierfotos aus Ozeanien an und hatten so genug Anregungen, aus vorbereiteten Kreisen, Vierecken, Dreiecken, Streifen und Wellenformen eine bunte Tierwelt zu erschaffen. Das machte den Mädchen und Jungen viel Spaß. Nachdem jedes Kind zwei Postkarten mit Tiermotiven beklebt hatte, wollten alle noch ein gemeinsames großes Plakat mit den Tiermotiven gestalten, natürlich auf blauem Karton als Hommage an die Maori, die das "große Blau", den Pazifischen Ozean so lieben.
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Die Maori nennen den Pazifischen Ozean "Moana" (großes Blau). In der Ausstellung "Made in Oceania", bis 27.4.2014 im Rautenstrauch-Joest-Museum zu sehen, begrüßt den Besucher eine großformatige Arbeit von Andreas Gurski, die die gewaltige Wasserfläche zwischen Papua-Neu Guinea und Südamerika aus dem Weltraum zeigt. Darüber verteilt sind die verschiedenen Inselgruppen der Südsee. "Das ist wirklich ein großes Blau!" meinten die Kinder aus dem Ferienkurs der Caritas-Integrationsagentur, die uns gestern im Museum besuchten. "Wie mögen wohl die Menschen dort auf den Inseln wohnen, und wie kommen sie von einer Insel auf die andere?" fragten gleich mehrere der 10 Jungen und Mädchen von 5 bis 12 Jahren. Die Kleinste aus der Gruppe hatte die geniale Idee, dass einer vorschwimmt und die anderen folgen. Wir kamen dazu, dass Boote in diesem Zusammenhang eine bessere Lösung wären. Aber auch die Bootsfahrt kann schwierig sein, wenn man nicht weiß, wo die nächste Insel ist. Das "Global Positioning System",  kurzgenannt GPS, gab es früher noch nicht. Wie haben die Maori das früher gemacht? "Auf jedenfall waren das ganz mutige Leute, denn einfach so "ins Blaue" über diesen großen Ozean zu fahren, das kann sehr gefährlich sein, schon alleine wegen der Haifische!" meinten die Kinder einstimmig. Es gab eine Reihe weiterer kluger Vorschläge: Feuer seien gut, damit könnte man auf der Nachbarinsel sehen, wo die Insel sei. "Aber was macht man, wenn das Feuer ausgeht?" "Leuchttürme sind besser", war dann allgemeine Meinung. "Aber die Inseln sind sehr weit voneinander entfernt, was macht man, wenn das Licht nicht so weit reicht?". Es war dann eine Erleichterung, als die Idee aufkam, dass die Sterne im Himmel den Weg weisen könnten. "Und die Inselbewohner der Südsee waren so klug, das vor langer Zeit schon herausgefunden zu haben". Sie konnten die Sterne deuten und mit diesem Wissen ihre Boote navigieren, das heißt, sie konnten sie sicher über das Meer zu ihren Inseln führen. In der Ausstellung haben wir darüber Hinweise auf einer Darstellung auf Tapa-Gewebe gefunden. Darauf sieht man die Katamaranboote, die zwei Schiffsrümpfe und ein Verbindungsdeck haben, fantasievoll wie Schmetterlinge ausgestaltet und die Sterne. Wir stellten uns den nächtlichen Sternenhimmel vor, ohne Wolken und ohne Schmutz in der Luft. "Anders als bei uns funkelt er in der Südsee mit Tausenden von Sternen". Diese Idee verlangte nach Umsetzung: In Windeseile entstand ein toller nächtlicher Sternenhimmel mit vielen bunten Sternchen wie aus bunten Edelsteinen.  
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Glenn Colquhoun ist ein bekannter Künstler, Dichter, Autor und Performer aus Neuseeland, der am Ozeanientag im Rautenstrauch-Joest-Museum eine wunderbare Vorstellung seiner Kunst gab. Hintergrund für seinen Besuch war nicht nur die Ausstellung "Made in Oceania", sondern auch die Schenkung seiner mit Gedichten beschrifteten und mit Malerei und Grafik ausgestalteten "gourds" (getrocknete und bemalte Kürbisse). Unser Kollege Peter Mesenhöller hat sie vom Künstler für den Museumsdienst geschenkt bekommen, nachdem Glenn Colquhoun die Arbeiten anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2012 vorgestellt hatte. Die Gedichte erzählen Geschichten der Reise des deutschen Arztes und Forschungsreisenden "Ernst Diefenbach" nach Neuseeland, der von der Schönheit der Natur und Kultur des Landes überwältigt war. Das Publikum der Performance zum Ozenaientag war ebenso überwältigt von der Kraft und Dynamik der englischen und der Sprache der Maori rezitierten Texte. Tags darauf hatten einige Pädagoginnen und Pädagogen Gelegenheit, den Künstler in einer Fortbildung über seine Arbeit zu befragen und mit ihm Projektideen für die Nutzung der "Gourds" zu diskutieren. Er schilderte sehr lebhaft seine Schulzeit und sein Interesse für die Kultur der Maori, die vor allem eine mündliche Tradition habe. Die "gourds" haben in der Erzähltradition der Maori eine besondere Bedeutung, denn sie wurden beim Vortrag mit eingesetzt. Glenn Colquhoun hat dies in seinen Objekten aufgegriffen und setzt sie ebenso wie die Erzähler aus seiner Jugend bei seinen Performances ein. Interessant war auch zu erleben, wie unterschiedlich der Vortrag in englisch und der Sprache der Maori wirkte. Die Begegnung mit dem Künstler war sehr inspirierend, und es wurden schon erste Ideen formuliert, wie die "gourds" in der Projektarbeit eingesetzt werden könnten. Wir werden berichten.      
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Am 26. und 27. November 2013 findet eine Tagung statt, die der Museumsdienst Köln gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung organsiert. In vier verschiedenen inhaltlichen Sektionen gibt es Impulsvorträge aber auch Aktionen, Workshops und Expertentalks zur gesellschaftlichen Bedeutung von Mode.   Konsum und Entschleunigung Die gesellschaftlichen Bedingungen von Mode bewegen sich zwischen sozio-kulturellen Strukturen und ökonomischen Bedingungen. Welche Bedeutung hat der Besitz modischer Dinge in unserer Gesellschaft? Nach welchen Kriterien funktioniert der wirtschaftliche Kreislauf von Modeproduktionen? Unter welchen Voraussetzungen kann man sich auf eine Verzichtkultur einlassen? Wir diskutieren beispielhaft Modelle und Ausstellungs- und Vermittlungskonzepte, die sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt haben. Inklusion und Exklusion Der Zugang zu gesellschaftlicher Anerkennung und Bedeutung erfolgt nicht zuletzt auch durch die symbolhafte Sprache selbst gewählter oder gezwungener Maßen getragener Mode. So changiert die Wahrnehmung des Äußeren zwischen dem Bemühen um individuellen Ausdruck und dem Verlangen oder dem Zwang, einer Gruppe anzugehören. Äußerliche Stilmerkmale, gepaart mit bestimmten Verhaltensweisen, schaffen soziale Identitäten. Die Sektion thematisiert Projekte, die sich mit Partizipation und gesellschaftlichem Ausschluss beschäftigen. Global und glokal Kulturelle Verflechtungen sind ein besonderes Merkmal der Globalisierung. Die Verschränkung individueller und kollektiver Identitäten schafft neue Bedingungen für die kreativen und produktiven Prozesse in der Modeindustrie. Dabei entstehen aber auch neue Megatrends wie z.B. der zur Regionalisierung, glokale Bewegungen setzen zunehmend auf Tradition und kleinräumliche Verflechtung. Wir zeigen exemplarisch die Verbindung von Weltmode und lokaler kultureller Identität. Gender und Ästhetik Mode ist vor allem Ausdruck von Schönheit und dem Bedürfnis danach. Ihre Aura ist gespeist von einer quasi-religiösen Aufladung. Besonders im urbanen Umfeld wird die Inszenierung eines individuellen Lifestyles gefeiert. Kulturelle Innovationen und das Bemühen um Abgrenzung des Individuums werden im Spiegel bestimmter kollektiver Phänomene wie Modeblogs oder Zeiterscheinungen vorgestellt. Die Zuordnung und Wahrnehmung weiblicher und männlicher Identitäten spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Anmeldung zur Tagung ist ab sofort hier möglich. Auf einem Tagungsblog berichten wir laufend über die verschiedenen Themen, stellen Akteure vor und ergänzen Hintergrundinformationen.