08
12
„Die spinnen die Römer“, an diesem berühmten Satz aus "Asterix" könnte etwas Wahres dran sein, dachte ich, als ich kürzlich erfuhr, welch enormen Aufwand die Römerinnen vor etwa 2000 Jahren schon betrieben, um sich jung und schön zu halten. Wie ich jetzt darauf komme? Am 4. November nahm ich an einer interessanten Führung zum Thema „Elegantia Romana – Mode und Schmuck“ im Römisch-Germanischen Museum teil. Denn in den Museen war KölnTag. Jeden ersten Donnerstag im Monat können Kölnerinnen und Kölner von 10 bis 22 Uhr die Ständigen Sammlungen der Städtischen Museen sowie Führungen kostenlos besuchen. Ins Leben gerufen wurde dieser Tag gerade für die Kölner, die bisher noch nicht ihren Weg ins Museum gefunden haben oder denen ein Museumsbesuch schlichtweg zu teuer ist. Und der KölnTag lohnt sich. Die Führung von Christina Kempcke-Richter war so interessant, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll, denn es gibt so viel Spannendes zu berichten: Wusstet ihr zum Beispiel, dass eine Toga für einen erwachsenen Römer eine Größe von ca. 25m² hatte? Das muss man sich mal vorstellen, das ist so groß wie mein Wohnzimmer! Oder, dass die Toga nur von Männern getragen werden durfte, die das römische Bürgerrecht besaßen? Eine vornehme verheiratete Römerin trug übrigens als Zeichen ihrer Würde eine Stola. Und wusstet ihr, dass man den modischen Trend der Kaiserzeit auch an den Statuen zwischen den Säulen des fast 15 Meter hohen Grabmals des Lucius Poblicius ablesen kann? Dieses Grabmal kennen die meisten Kölner sicherlich. Auch ich hatte es schon unzählige Male gesehen, mir aber noch nie Gedanken über Poblicius‘ Kleidungsstil gemacht. Die Besucher wurden in diesem Zusammenhang immer neugieriger und stellten viele Fragen. Vor allem die Frage, ob die Römer überhaupt Unterwäsche trugen, sorgte für Schmunzler. Für alle, die es auch brennend interessiert: Ja, trugen sie. Die Männer Lendentücher und die Frauen Brustbänder.   Grabmal des Lucius Poblicius, Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln, Foto: Heibach, Köln. An der nächsten Station der Führung sollten wir herausfinden, ob und was sich im Laufe der Jahre in Sachen Haarmode geändert hat. Dazu betrachteten wir verschiedene antike Porträts von Mitgliedern römischer Herrscherhäuser. Die Antwort war schnell gefunden: Man trug die Haare zunehmend länger. Nicht nur auf dem Kopf, sondern auch im Gesicht. Besonders die männlichen Bartträger in der Runde waren nun sehr interessiert. Im Laufe des 2. Jahrhunderts wurde dies zur Mode. Trendsetter war Kaiser Antoninus Pius. Das Kaiserhaus beeinflusste maßgeblich den Modegeschmack des Volkes und diente als Vorbild. Ebenso wie es bei uns heutzutage die Prominenten tun. Auch die Römerinnen trugen ihre Haartracht immer aufwendiger und exotischer. Mittels Brenneisen wurden die Haare in stundenlanger Arbeit von Sklavinnen in Locken gelegt und/oder mit Naturstoffen gefärbt. Sogar Perücken wurden hergestellt. Am beliebtesten war die Haarfarbe blond. In Sachen Schminke und Parfum galt: viel ist viel. Vom Puder über Lidschatten bis hin zur Lippenfarbe war alles vertreten und wurde großzügig aufgetragen. Es gäbe noch vieles mehr zu erzählen, zum Beispiel von dem schönen Goldschmuck oder den schweren Parfüms und von den Salben, die aus Wachs, Wasser und Ölen hergestellt wurden. Aber es soll ja noch ein bisschen spannend bleiben für diejenigen, die selbst einmal an einer Führung zu diesem schönen Thema teilnehmen möchten. Mein Lob gilt auch Christina Kempcke-Richter, die sehr geduldig die vielen Fragen der Besucher beantwortet und uns eine tolle Führung beschert hat. Ein Beitrag von Christina Heibach (Praktikantin beim Museumsdienst Köln)  
21
11
Unsere Praktikantin Lisa Klaffki schrieb über dieses schöne Projekt: CCAA? Vagdavercustis? Und wer war Lucius Poblicius? Für 23 Schülerinnen und Schüler aus 9. Klassen des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums Köln sind das keine Rätsel mehr. Erneut haben Jugendliche in dem seit vier Jahren erprobten Schüler-Trainee-Projekt „Der Colonia Code“ Exponate im Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln intensiv kennengelernt. Unter der Leitung von Dr. Beate Schneider, Museumsdienst Köln, und Thomas Gampp, Lehrer am FWG, sind die Jugendlichen dem Colonia-Code auf die Spur gekommen. An Tag Eins stand nach einem Rundgang durch das Museum die Wahl und Erarbeitung eines Objektes in Kleingruppen auf dem Plan. Am zweiten Tag wurden die Jugendlichen von Schauspieler Omar El-Saeidi in Körperhaltung, Bewegung und  Sprechtechnik fit gemacht und erhielten Anregungen, wie sie „ihr“ römisches Objekt am besten präsentieren könnten. Denn bei diesem Projekt sollen nicht nur die „Neuner“ zu Experten für das römische Köln werden, sondern ihr Wissen und ihre Begeisterung auch weitergeben: Ziel des Projektes ist eine abwechslungsreiche Museumsführung für die Fünftklässler des FWG, die ja erst seit einigen Wochen Latein lernen. Tag Drei stand darum ganz im Zeichen der Proben für ein Programm, in das die Jugendlichen viel Wissen und Kreativität gesteckt haben. Am vierten Projekttag war es dann soweit: Sobald die erste Klasse vor dem Nordtorbogen Platz genommen hatte, war das Lampenfieber vergessen und es ging los mit der Entschlüsselung von CCAA – dem römischen Stadtnamen Kölns, der mit Kaiser Claudius und seiner Frau Agrippina verbunden ist. Welche mörderischen Geschichten sich um diese Personen ranken, erfuhren die jungen Museumsbesucher durch einen Rap. Weiter ging es dann zu einem Händler für Reisewagen der Extraklasse, genau das Richtige für’s Reisen auf römischen Straßen. Die nächste Station zeigte ein vornehmes Abendessen, bei dem Celerinus und Marcia Procula diskutierten, wie denn ihr Grabstein eines Tages auszusehen hat. Wenig später konnten die „Fünfer“ einer elegant gekleideten Tuchhändlerin zuschauen, die Toga und Tunika an ihre anspruchsvollen Kundinnen verkaufte. Richtig weihevoll ging es dann beim Opfer an die germanische Tapferkeits-Göttin Vagdavercustis zu. Spannende Einblicke in das römische Privatleben mit Verlobung, Heiratszeremonie und Festgeschenken gab die nächste Gruppe. Und leitete damit über zu Szenen aus dem Leben des Legionsveteranen Lucius Poblicius, dessen riesiges Grabmal bis heute jeden Betrachter beeindruckt. Das berühmte Dionysos-Mosaik, dessen Größe beim rhythmischen Umschreiten erst richtig erfassbar wurde, war letzter Höhepunkt der Präsentationen. Auch hier hat der Mix zwischen Spiel, Aktion und Sachinformation die „Fünfer“ und ihre Lehrerinnen und Lehrer wieder in den Bann gezogen.
14
04
Roza Cinar-Kilic berichtet über das 2. Treffen im Römisch-Germanischen Museum Unser zweiter Termin fand am 05.04.2014 im Römisch-Germanischen Museum statt. Die Kinder und Jugendlichen sind zu kleinen Archäologen geworden und haben sich auf eine spannende Reise durch das römische Köln begeben. Frau Gisela Michels machte eine einstündige Führung im Museum. Die Kinder und Jugendlichen hörten sehr interessiert und aufmerksam zu. Dabei erfuhren sie, dass Öllampen in der römischen Antike das gebräuchlichste Beleuchtungsmittel waren. Kerzen waren eine teure Angelegenheit, zumal Bienenwachs für das Verschließen von Flaschen und Vorratsgefäßen gebraucht wurde. Öllampen waren einfach zu handhaben und verfügten über eine akzeptable Brenndauer. Die Kinder und Jugendlichen haben auch erfahren, dass die meisten römischen Öllampen aus Ton gefertigt waren und seltener aus Bronze, die oft sehr aufwendig verziert waren. Diese Bronzelampen konnten sich auch nur Wohlhabende leisten.  Tonlampen dagegen waren selbst in armen Haushalten ein selbstverständlicher Teil des Hausrats. Sie waren ein erschwinglicher Massenartikel und auch das Olivenöl, der übliche Brennstoff war auch im römischen Köln reichlich vorhanden. Das Römisch-Germanische Museum hat eine berühmte und große Sammlung antiker römischer Öllampen mit Ornamenten und Gesichtern. So konnten sich die Kinder und Jugendlichen einen Eindruck der verschieden Öllampen machen. Nach der Führung im Museum durften die Kinder und Jugendlichen nach römischem Vorbild eigene Lampen, die wirklich funktionieren, in der Museumswerkstatt herstellen. Mit viel Freude und Begeisterung stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops in einer zweistündigen Arbeit ihre antiken römischen Öllampen her. Am Ende der Veranstaltung gingen die Kinder und Jugendlichen glücklich und stolz aus dem Museum. 
18
08
Am 26. und 27. November 2013 findet eine Tagung statt, die der Museumsdienst Köln gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung organsiert. In vier verschiedenen inhaltlichen Sektionen gibt es Impulsvorträge aber auch Aktionen, Workshops und Expertentalks zur gesellschaftlichen Bedeutung von Mode.   Konsum und Entschleunigung Die gesellschaftlichen Bedingungen von Mode bewegen sich zwischen sozio-kulturellen Strukturen und ökonomischen Bedingungen. Welche Bedeutung hat der Besitz modischer Dinge in unserer Gesellschaft? Nach welchen Kriterien funktioniert der wirtschaftliche Kreislauf von Modeproduktionen? Unter welchen Voraussetzungen kann man sich auf eine Verzichtkultur einlassen? Wir diskutieren beispielhaft Modelle und Ausstellungs- und Vermittlungskonzepte, die sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt haben. Inklusion und Exklusion Der Zugang zu gesellschaftlicher Anerkennung und Bedeutung erfolgt nicht zuletzt auch durch die symbolhafte Sprache selbst gewählter oder gezwungener Maßen getragener Mode. So changiert die Wahrnehmung des Äußeren zwischen dem Bemühen um individuellen Ausdruck und dem Verlangen oder dem Zwang, einer Gruppe anzugehören. Äußerliche Stilmerkmale, gepaart mit bestimmten Verhaltensweisen, schaffen soziale Identitäten. Die Sektion thematisiert Projekte, die sich mit Partizipation und gesellschaftlichem Ausschluss beschäftigen. Global und glokal Kulturelle Verflechtungen sind ein besonderes Merkmal der Globalisierung. Die Verschränkung individueller und kollektiver Identitäten schafft neue Bedingungen für die kreativen und produktiven Prozesse in der Modeindustrie. Dabei entstehen aber auch neue Megatrends wie z.B. der zur Regionalisierung, glokale Bewegungen setzen zunehmend auf Tradition und kleinräumliche Verflechtung. Wir zeigen exemplarisch die Verbindung von Weltmode und lokaler kultureller Identität. Gender und Ästhetik Mode ist vor allem Ausdruck von Schönheit und dem Bedürfnis danach. Ihre Aura ist gespeist von einer quasi-religiösen Aufladung. Besonders im urbanen Umfeld wird die Inszenierung eines individuellen Lifestyles gefeiert. Kulturelle Innovationen und das Bemühen um Abgrenzung des Individuums werden im Spiegel bestimmter kollektiver Phänomene wie Modeblogs oder Zeiterscheinungen vorgestellt. Die Zuordnung und Wahrnehmung weiblicher und männlicher Identitäten spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Anmeldung zur Tagung ist ab sofort hier möglich. Auf einem Tagungsblog berichten wir laufend über die verschiedenen Themen, stellen Akteure vor und ergänzen Hintergrundinformationen.
16
03


Als Trinkgefäß sind blaue Gläser schon immer beliebt gewesen. Kostbar und rein - das sollte auch der Inhalt sein. Die Technik zur Herstellung kannten schon die alten Ägypter. Die Römer beherrschten die verschiedensten Glastechniken und spielten mit den Farben. Wunderschöne blaue Gläser lassen sich in den Kölner Museen aus allen Zeiten und Epochen bewundern! [Mehr]
07
09
In Zukunft können Schüler der Fächer Geschichte und Latein am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln das Römisch-Germanische Museum neu entdecken. Schule, Museum und Museumsdienst haben einen Partnerschaftsvertrag unterschrieben, der mehrere Jahre läuft. Das erste Projekt ist der "Colonia Code". Dabei erhalten 21 Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse ein intensives Kompetenztraining im Römisch-Germanischen Museum. Nach den Sommerferien werden sie dann neuen Mitschülern ausgewählte antike Denkmäler so präsentieren, dass die Lateinanfänger mit Interesse und Vergnügen in die „neue" Sprache starten. Bei Erfolg wird das Projekt im kommenden Schuljahr wiederholt. Die Partnerschaft wird den Unterricht nachhaltig bereichern und ergänzen. Museen und Schulen sind der Vermittlung kultureller Bildung und Kompetenz verpflichtet und ergänzen sich dabei in idealer Weise. Der Museumsdienst Köln wird im Rahmen der Partnerschaft ausgewählte museumspädagogische Projekte für die Schüler des FWG entwickeln, das Museum steuert Fachvorträge und Exkursionen zu aktuellen Ausgrabungen bei. Die PWC Stiftung Jugend – Bildung – Kultur fördert das Pilotprojekt unter dem Motto „Horizonte erweitern – Neugier wecken".