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Anlässlich der Tagung „Sprachen lernen – kreativ, aktiv, handlungsorientiert“, die vom 15. bis 16. Januar 2015 an der Universität zu Kassel vom Seminar „Deutsch als Fremd- und Zweitsprache“ ausgerichtet wurde, fand ein zweitägiger Workshop in der Neuen Galerie statt. An dieser Stelle ist bereits oft über „Sprachprogramme“ geschrieben worden. Daher verwundert es nicht, dass der Museumsdienst eingeladen wurde, einen Workshop zum "außerschulischen Lernort Museum“ anzubieten. „Museumsgraffiti & Co – Methoden im Kontext des Sprachunterrichts im Museum“ hieß der Titel der Veranstaltung. Museen sind Orte der Inspiration und Kommunikation. Auch der Sprachunterricht kann vom außerordentlichen Potential dieser Lernräume profitieren. Im Workshop wurden verschiedene Methoden und Übungen vorgestellt, erprobt und im Kontext der Sprachdidaktik und verschiedener Lernniveaus diskutiert. In Arbeitsgruppen erstellten wir Museumsgraffitis mit Schnüren auf den Museumsboden, um Museumsräume, Exponate und ihre Beziehungen mit Hilfe einzelner Wörter zu erkunden. Museumsbesuche werden auf diese Weise zu inspirierenden Exkursionen, die Überraschungen in vielfältiger Weise ermöglichen. Obwohl keine kunstwissenschaftlichen Inputs gegeben wurden, diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv über Kunst, unterschiedliche Lebensansichten und ästhetische Erfahrungen. Sprachspiele mit Kunst eröffneten darüber hinaus die Möglichkeit Wortschatzarbeit und Grammatik im Museum mit einem Spaßfaktor zu besetzen. Ein Repertoire von Schreibrezepten gab Gelegenheit poetische Texte zu Kunstwerken zu schreiben und die Arbeitsergebnisse im Museum zu performen. Zwei Fotos illustrieren unsere Arbeit in der Neuen Galerie. Die Arbeit "preussisch" von Armando (H.D. van Dodeweerd) belegte eine Arbeitsgruppe mit dem Wort "Grab". Das Kreuz erinnerte sehr an einen Orden und ließ Assoziationen zum Thema Soldaten, Krieg und Tod aufkommen. Richters Gemälde "Abstraktes Bild Nr. 489" führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Wort "Lebensfreude" und bezog sich auf die hellen Farben und Leichtigkeit der Bildwirkung. Die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen aus den Universitäten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen gaben ein sehr gutes Feedback und viele nahmen sich vor, mit ihren Lerngruppen künftig Museen als Lernorte wahrzunehmen oder sogar nach Köln zu kommen, um mit ihren Studierenden auf diese Weise auch die Städtischen Museen kennen zu lernen.      
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Am 26. und 27. November 2013 findet eine Taung statt, die der Museumsdienst Köln gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung organsiert. In vier verschiedenen inhaltlichen Sektionen gibt es Impulsvorträge aber auch Aktionen, Workshops und Expertentalks zur gesellschaftlichen Bedeutung von Mode.   Konsum und Entschleunigung Die gesellschaftlichen Bedingungen von Mode bewegen sich zwischen sozio-kulturellen Strukturen und ökonomischen Bedingungen. Welche Bedeutung hat der Besitz modischer Dinge in unserer Gesellschaft? Nach welchen Kriterien funktioniert der wirtschaftliche Kreislauf von Modeproduktionen? Unter welchen Voraussetzungen kann man sich auf eine Verzichtkultur einlassen? Wir diskutieren beispielhaft Modelle und Ausstellungs- und Vermittlungskonzepte, die sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt haben. Inklusion und Exklusion Der Zugang zu gesellschaftlicher Anerkennung und Bedeutung erfolgt nicht zuletzt auch durch die symbolhafte Sprache selbst gewählter oder gezwungener Maßen getragener Mode. So changiert die Wahrnehmung des Äußeren zwischen dem Bemühen um individuellen Ausdruck und dem Verlangen oder dem Zwang, einer Gruppe anzugehören. Äußerliche Stilmerkmale, gepaart mit bestimmten Verhaltensweisen, schaffen soziale Identitäten. Die Sektion thematisiert Projekte, die sich mit Partizipation und gesellschaftlichem Ausschluss beschäftigen. Global und glokal Kulturelle Verflechtungen sind ein besonderes Merkmal der Globalisierung. Die Verschränkung individueller und kollektiver Identitäten schafft neue Bedingungen für die kreativen und produktiven Prozesse in der Modeindustrie. Dabei entstehen aber auch neue Megatrends wie z.B. der zur Regionalisierung, glokale Bewegungen setzen zunehmend auf Tradition und kleinräumliche Verflechtung. Wir zeigen exemplarisch die Verbindung von Weltmode und lokaler kultureller Identität. Gender und Ästhetik Mode ist vor allem Ausdruck von Schönheit und dem Bedürfnis danach. Ihre Aura ist gespeist von einer quasi-religiösen Aufladung. Besonders im urbanen Umfeld wird die Inszenierung eines individuellen Lifestyles gefeiert. Kulturelle Innovationen und das Bemühen um Abgrenzung des Individuums werden im Spiegel bestimmter kollektiver Phänomene wie Modeblogs oder Zeiterscheinungen vorgestellt. Die Zuordnung und Wahrnehmung weiblicher und männlicher Identitäten spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Anmeldung zur Tagung ist ab sofort hier möglich. Auf einem Tagungsblog berichten wir laufend über die verschiedenen Themen, stellen Akteure vor und ergänzen Hintergrundinformationen.
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Älter, bunter, weniger - der demographische Wandel lässt sich leicht beschreiben. Die Lösungen sind leider nicht so einfach. Barrierefreiheit, Integration und Wandel der sozialen Sicherungs­systeme sind Handlungsfelder von immensem Ausmaß. Die Kulturinstitutionen der unterschiedlichsten Sparten werden gefragt sein, mit verändertem Inhalt und adäquaten Vermittlungsangeboten einen Beitrag zur Harmonisierung des gesellschaftlichen Wandels zu leisten.  Wie ist vor allem mit der „Buntheit" umzugehen? Museen sind relativ leicht zugänglich. Daher könnten sie hier eine Vorreiter­rolle spielen. Doch wie?  Dieser Frage ist der Museumsdienst Köln in Kooperation mit dem Bundesverband Museumspädagogik e.V. und ICOM nachgegangen. Einen Einblick in die Tagung bietet die Filmdokumentation, die in Kooperation mit dem jfc Medienzentrum Köln erstellt wurde. [video src="Das_Eigene_und_das_Fremde.flv"]   Materalien zum Thema Eine Publikation der Tagungsbeiträge konnte nicht realisiert werden. Weitere Informationen zum Themengebiet Museen und Integration finden Sie unter: Deutscher Museumsbund (AK Migration)Bundesverband Museumspädagogik e.V. (neue Tagungen und Publikationen)interkultur pro (Sinusstudie „Lebenswelten und Milieus der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland und NRW")