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03
Vergangenen Dienstag trafen sich 17 Erzieherinnen aus städtischen Kindertageseinrichtungen in Köln im Museum Ludwig. Während des Vormittags sollten die Erzieherinnen Neues darüber erfahren, wie sie Vorschulkindern Kunst auf spielerische Art und Weisen näher bringen kann. Schwerpunkte der von Julia Müller geleiteten Fortbildung waren die Förderung von Sprache und emotionaler Kompetenz. Dabei durften diesmal auch „die Großen“ ausprobieren, diskutieren und zu aller Vergnügen malen und zeichnen. Der Tag begann mit einer Besprechung des Gemäldes „L'arlequin“ von Pablo Picasso. Die Teilnehmerinnen analysierten Stimmung, Gesichtsausdruck und Körperhaltung der Figur und erklärten ihre Beobachtungen. Anschließend ging es bei den expressionistischen Gemälden weiter. Hier wurde ebenfalls der Fokus auf ein einzelnes Bild gelegt, „Die Eisenbahnüberführung“  von Ernst Ludwig Kirchner. Diesmal ging es um die Vertonung des Bildes - ebenfalls eine gute Methode um sich der Stimmung eines Kunstwerkes zu nähern. Dazu überlegten sich die Erzieherinnen in kleinen Gruppen, welche Geräusche und Töne in der Szene, die das Bild zeigt, vorkommen könnten. Für die Vertonung der Geräusche hatte Frau Müller einige Instrumente wie eine Triangel und Klangstäbe, aber auch Alltagsobjekte wie Plastiktüten mitgebracht. Interessante Klänge entstanden, die auch andere Besucher des Museums zum Bild lockten. Vertont wurden die Züge, der Wind, der Regen und die laufenden Menschen. Farben und Emotionen standen im Mittelpunkt der nächsten Übung. Dafür wurden zehn verschiedene Farbtafeln auf den Boden gelegt. Die Teilnehmerinnen sollten sich passend zu vorgegebenen Begriffen wie neugierig, traurig oder aufgeregt zu einer Farbtafel stellen. Dies ist eine gute Methode um etwas Bewegung in einen Vortrag oder eine Führung zu bringen. Die Kinder können selbst überlegen, wohin sie sich bei welchem Gefühl stellen und es kann leichter über Emotionen in Verbindung mit Kunst gesprochen werden. Beim der letzten Übung wurden die Erzieherinnen zu „Versuchskaninchen“und durften neues didaktisches Material testen. Hierbei handelt es sich um Farbquadrate aus Filz, die sich jeweils in sieben Teile aufteilen und beliebig neu zusammensetzen lassen. Aufgabe der Fortbildungsteilnehmerinnen war es nun sich in Gruppen mit einem abstrakten, meist nur aus einigen Farbflächen bestehenden Gemälde auseinander zu setzen. Mit Hilfe einer Schreibübung sollten sie möglichst viele zum Kunstwerk passende Begriffe sammeln und sich die zwei wichtigsten davon aussuchen. Zu diesen Begriffen entstanden nun, unabhängig von den Originalbildern, eigene kleine Kunstwerke aus Filz. Zu bestaunen sind die fertigen Kunstwerke auf den Fotos unten. Nach der Besprechung gab es eine kleine Mittagspause, und die Gruppe traf sich im Werkraum des Wallraf-Richartz-Museum wieder. Dort wurden Bücher für Vorschulkinder, die sich mit Kunst befassen, vorgestellt und danach durften die Erzieherinnen wieder selbst kreativ werden.  Sie bemalten ausgedruckte „Selfies“ und konnten mit Wachsmalkreide Fische auf buntes Papier bringen. Am Ende des Vormittags war nicht nur Frau Müller zufrieden. Auch alle Erzieherinnen gaben ein durchaus positives Feedback zu der Fortbildung ab. Die Übung mit den Filzplatten kam besonders gut an und wird mit Sicherheit in nächster Zeit oft zum Einsatz kommen. Sowohl für „die Kleinen“ als auch für „die Großen“!   
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03
Teil 2 der "Praktischen Übung" für die Studierenden der Geschichtsdidaktik an der Ruhr-Universität Bochum fand im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud statt. Sicherlich ist es ungewöhnlich, die Übung in einem Kunstmuseum zu veranstalten und nicht in einem Museum für Geschichte, wie beispielsweise im Kölnischen Stadtmuseum. In unserer Veranstaltung wollten wir diskutieren, wie in einem Kunstmuseum das Mittelalter "lebendig" gemacht werden kann. Als erste Aufgabe sollten die Studierenden in der Mittelalterabteilung ein Museums-Graffiti zum Thema legen. (Im Blog ist bereits in mehreren Beiträgen über die Methode berichtet worden, so dass an dieser Stelle kein weiterer Kommentar erfolgt). Zunächst fiel es allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern schwer, die Aufgabe zu bearbeiten. Die Gruppen äußerten angesichts der als Übermacht erlebten Präsenz der religiösen Themen, dass sie kaum noch Kenntnisse über die gezeigten Motive hätten. Außerdem wurde die Grausamkeit der Bilderwelt wahrgenommen. Ein Student sagte, dass man mit wenigen Worten auskommen könnte: Die Wörter Leid, Folter, Tod könnte man unter die meisten Kunstwerke legen. Für viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war erschreckend, wie dominant die Themen sind. Nach einigen "Anlaufschwierigkeiten" wurde dann aber doch noch das "Leben" neben der christlichen Thematik gefunden. In kleinen Details versteckten sich arbeitende Menschen auf dem Feld, die Köchin am Ofen, aber auch Figuren in kostbaren Roben, idyllische Gärten, der Blick in eine Wohnstube, ein gedeckter Tisch... Der gemeinsame Rundgang, der die Entdeckungen in den Seminarkontext stellte, brachte eine erste Grundlage: Der Garten, der auf mehreren Gemälden des Mittelalters gefunden wurde, konnte als Paradiesgarten erklärt werden, der oft als begrenztes Rasenstück dargestellt wird und deshalb auch "hortus conclusus" genannt wird. Dort fanden die Studierenden dann auch viele Pflanzen, die symbolische Bedeutung haben: zum Beispiel das dreiblättrige Laub der Erdbeerpflanze als Hinweis auf die Dreifaltigkeit. Wieder stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fest wie allgegenwärtig und bestimmend die Religion im Denken der Zeitgenossen gewesen sein muss. Diese Feststellungen waren sehr interessant, denn sie sensibilisierten auf empathische Weise die angehenden Historikerinnen und Historiker für die vergangenen Lebenswelten. Museen sind Orte des entdeckenden Lernens und der Kommunikation. Die Vermittlungsarbeit liefert Methoden zur selbständigen Erkundung des Museums und weckt die Neugierde. Die Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit und "Ausdeutung des Gefundenen" stehen im Vordergrund der Arbeit. In der Übung schloss sich eine genauere Beschäftigung mit dem Gemälde der "Stadtpatrone" des Meisters der Verherrlichung Mariä an. Der Altarflügel wurde ausgewählt, weil er eine topografisch genaue Darstellung der Stadt Köln zeigt. Die Studierenden hatten den Auftrag, ein Mittelalter-ABC zum Kunstwerk anzulegen. Es entstand eine enorme Stichwortsammlung, die zu kleinen Sachtexten inspirierte. Dazu wurde den Gruppen ein Reader mit den nötigen Informationen zu den Stichwörtern zur Verfügung gestellt. Danach wurde es noch einmal "spannend", denn das neu gewonnene Wissen über das Mittelalter sollte in einer fiktiven Geschichte verarbeitet werden. Protagonistin dieser Geschichte sollte die naturalistisch genaue Darstellung einer Fliege auf dem Thomas-Altar sein. In mehreren Episoden sollte die Fliege erzählen, wie sie auf das Bild gekommen ist: sie fliegt über den Markt, begutachtet dort das Warenangebot, erlebt, wie ein Betrüger bestraft wird, beobachtet, wie der Meister des Bartholomäus- Altars mit seinem Auftraggeber über die Einzelheiten für den Altar verhandelt, begleitet den Meister auf dem Weg durch die Stadt und erlebt im Wohnhaus des Meisters, wie das Mittagessen zubereitet wird. Diese Aufgabe machte den Studierenden viel Spaß und zeigte, wie viel man über die historischen Aspekte wissen muss, um die fiktiven Episoden schreiben zu können. Wir stellten fest, dass Kunstmuseen durchaus interessant für den Geschichtsunterricht sind, denn sie machen "anders als in Geschichtsmuseen" den Überbau einer Epoche deutlich und eröffnen einen emotionalen Zugang.             Der Meister und die Fliege.pdf (70,91 kb)
20
03
Die “Praktische Übung“ im Fachbereich Geschichte/Geschichtsdidaktik für die Ruhruniversität Bochum hatte den Titel: "Im Museum das Mittelalter erleben". Die Studierenden staunten nicht schlecht als sie in der Einführungsveranstaltung von einer chinesischen Drachenhandpuppe mit einem herzlichen „nǐmenhǎo“ (chinesich: Guten Tag!) begrüßt wurden. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer fragten verdutzt, ob sie in der richtigen Veranstaltung seien. Der Drache Long (chinesisches Wort für Drache) antwortete prompt, sie seien schon richtig, er sei Museumspädagoge im Museum Schnütgen und könne verdammt viel über das Mittelalter erzählen. Das beruhigte die Zweifelnden, und sie blieben alle auf ihren Stühlen sitzen. Long erzählte dann, wie er zu seinem Job gekommen ist. Als junger Drache waren ihm endlich mit 1000 Jahren die Flughörner gewachsen, und er war so begeistert, dass er losflog, plötzlich nicht mehr wusste, wo er war und schließlich eine Bruchlandung im Museum Schnütgen machte. Der Direktor schimpfte sehr und verpflichtete ihn, den Schaden abzuarbeiten. Seitdem muss er Führungen für Familien und Kinder machen. Natürlich musste er sich einarbeiten und hat eine Menge über das Museum und seine sehr unfreundlichen Verwandten aus Europa erfahren. Dieser Einstieg in die Thematik gab uns die Gelegenheit, über das museumspädagogische Konzept zu diskutieren. Die Handpuppe ist ein geeignetes Identifikationsobjekt für Kinder, aber nicht nur das. Sie ermöglicht dem Besucher, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und über die bewusst ausgewählte Figur des „chinesischen Drachens“ die scheinbar bekannten „eigenen kulturellen Bezüge“ von „außen“ zu betrachten.   Die Methode, das Mittelalter aus einer neuen Perspektive heraus zu betrachten, wurde in mehreren, später stattfindenden Treffen der Übung zum Thema gemacht. Wir diskutierten das Problem, dass Kunstmuseen, die mittelalterliche Kunst ausstellen, sich mit der Dominanz christlicher Kunst auseinandersetzen müssen und viele Zielgruppen sich nicht interessieren oder sich gar verweigern. Dies sehen wir aktuell bei multikulturellen Gruppen (z.B. Schulklassen mit vielen muslimischen Kindern) oder Schulklassen mit religionskritischer Elternschaft.    Die Einführungsveranstaltung hatte das Ziel, die Studierenden für museumspädagogische Fragestellungen zu sensibilisieren, denn die „Verlebendigung“ des Mittelalters im Museum ist sehr komplex. Neben dem Programmformat Kinder- und Familienführung mit den „Hausdrachen Long“ im Museum Schnütgen wurde zudem noch der kleine Ausstellungsbegleiter „Schlüssel zum Mittelalter“ zur Diskussion gestellt. Der Museumsdienst Köln hat das mehrsprachige Heft für Kinder ab 8, Familien und die Primarstufe in 6 in Köln gesprochenen Sprachen konzipiert. Thematisiert werden darin Stadtlegenden, woran man bestimmte Figuren, wie die Mutter Gottes erkennen kann, dass Seifenblasen „Vergänglichkeit“ bedeuten, besonders kostbare Materialien, die verwendet wurden, und Techniken. Die Planerinnen und Planer des Heftes haben in diesem sehr niederschwelligen Angebot versucht, die religiösen Aspekte neutral darzustellen und auch den Blickwinkel beispielsweise aus muslimischer Sicht einzubringen. Die am Publikationsprojekt beteiligten türkischen Schulkinder wussten beispielsweise, dass „Maria“ in ihrem Glauben „Mariam“ heißt.        
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Am Freitag, den 27. Februar bringt der Museumsbus die Klasse 5 des Gymnasium am Turmhof in Mechernich mit ihrer Lehrerin Eva Deinhard ins Wallraf-Richartz-Museum. Heute dreht sich alles um die Themen Licht und Farbe. Gemeinsam mit Museumspädagogin Susanne Lang besprechen die Kinder die Besonderheiten der impressionistischen Gemälde, zum Beispiel den Einsatz von Komplimentärkontrasten. Wie unterschiedlich Farben auf uns wirken können, erforscht die Klasse in Kleingruppen anhand von verschiedenen Farbexperimenten. Die impressionistischen Gemälde verbergen aber noch weitere Geheimnisse: In einem Landschaftsgemälde von Gustav Caillebotte kann man eine winzige Pappelknospe erkennen, die in der noch nassen Farbe des Gemäldes kleben geblieben ist. Klare Sache: Das Bild ist draußen gemalt worden! Besonders gespannt ist die Gruppe auf eines der berühmtesten Gemälde des Museums: van Goghs "Zugbrücke von Arles". Das Meisterwerk ist heute um die 70 Millionen Euro wert. Doch wie ist es entstanden? Susanne Lang zeigt den Kinder einen Film, der das Rätsel lüftet: Unter dem Mikroskop werden Bleistiftlinien sichtbar, mit denen van Gogh das Bild in mehrere Abschnitte aufgeteilt hat. Indem er die Brücke durch einen Holzrahmen betrachtete, der durch Schnüre aufgeteilt war, konnte er die Proportionen der Brücke Abschnitt für Abschnitt auf die Leinwand übertragen. Eine geniale Erfindung, die die Schülerinnen und Schüler direkt ausprobieren können: Durch einen Papprahmen wird der direkt vor dem Fenster des Museums sichtbare Kölner Dom abgezeichnet. Das Fazit der Klasse: Das ist gar nicht so einfach! Kein Wunder, dass van Goghs Gemälde so wertvoll ist … Die Mitmachführung im Wallraf und neun weitere Angebote für die Klassen 5 bis 8 können im Rahmen des Projektes museumsbus koeln von allen weiterführenden Schulen in den Kreisen Euskirchen, Rhein-Sieg, Oberbergischer, Rheinisch-Bergischer und Rhein-Erft gebucht werden. Informationen, Termine und Onlinebuchung finden sich hier. Die Bastelanleitung für den Perspektivrahmen gibt es hier: Perspektivrahmen.pdf (106,12 kb)      Zeichnen wie van Gogh – die Schülerinnen und Schüler betrachten das Panorama der Kölner Altstadt durch einen Perspektivrahmen.       Die Schnüre teilen das Bildmotiv – hier der Kölner Dom – in acht Abschnitte auf, die dann auf das Zeichenpapier übertragen werden.  
20
02
Beim heutigen Besuch der Sprachintegrationsklasse des Heinrich-Mann-Gymnasiums drehte sich alles um das Gemälde "Esther und Haman vor Ahasveros". Die Jugendlichen sollten herausfinden, was im Bild geschieht. Spontan meinten einige, es sei ein König im Bild. Das führte zur Frage, woran man das im Bild sehen könne. Das fanden die Schülerinnen und Schüler leicht, denn der "König" sei in der Mitte und er sei auch größer. Letzteres musste relativiert werden, denn jemand bemerkte, dass der "König" gerade aufstehen würde. Irgendwie, das war plötzlich die Meinung der Klasse, sei der König schlecht gelaunt und vielleicht sogar wütend, denn er stünde nicht einfach auf, sondern stütze die Faust dabei auf den Tisch. Jemand bemerkte, dass die Frau dem König etwas gesagt hätte, was den König verärgert hätte. Der Ärger richte sich jedoch nicht auf die Frau, denn er lege behutsam die Hand auf ihren Unterarm.  Einer der Jungen der Klasse sagte, das bedeute "Lass mich mal machen!" Der andere Mann dagegen sei zu Tode erschrocken. Esther and Haman before Ahasuerus.doc (1,32 mb) Nun war es an der Zeit, die Geschichte zum Gemälde von Jan Victors zu erzählen. (siehe Arbeitsblatt)  Esther Inhalt.doc (36,50 kb) In der nächsten Aufgabe sollten die Schülerinnen und Schüler die Handlung der Episode in einer Pantomime nachspielen. Sie sollten überlegen, was eine Minute vor der Szene, dann zwei Sekunden vor der Szene und zwei Sekunden danach und eine Minute danach passiert. Sie sollten die Szenen so aufbereiten, dass sie die einzelnen Episoden "einfrieren" und "Filmstills" gemacht werden konnten. In allen Gruppen wurde nun eifrig diskutiert und ausprobiert. Zum Abschluss wurde jeweils ein Satz zum Szenenbild formuliert.  
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Keine Frage, das Vorhaben weckt Neugierde. Speed-Dating ist eine aus den USA stammende Methode, schnell neue Leute kennen zu lernen. 1998 hat Rabi Yaacov Deyo aus Los Angeles das Speed-Dating erfunden. Leider geht es bei dieser Aufgabenstellung nicht darum, die anderen Museumsbesucherinnen und -Besucher kennen zu lernen und zu interviewen. Personendarstellungen in Kunstwerken stehen im Fokus der Befragungen. Dazu gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst auf die Suche nach interessanten Bildfiguren. Mit der Methode des "fiktiven Interviews" werden diese dann befragt. Das "fiktive Interview" ist eine Methode der Theaterpädagogik, die man auch im Museum anwenden kann. Man stellt sich dabei vor , dass die Bildfiguren lebendig sind und diese Fragen zur Person, zur Lebensweise, zu den Zeitumständen, Verhalten etc. beantworten könnten. Aber damit nicht genug! Nachdem man versucht hat, die Fragen im Zusammenhang mit Bilddetails und anderen Informationen zu beantworten, wird man selbst zum Interviewpartner der Bildfigur. Was mag diese von mir wissen wollen? Auf diese Weise entsteht nicht nur ein Bild vom Leben einer vergangen Epoche, sondern auch ein Dialog über die Lebensvorstellungen verschiedener Zeiten. Speed-Dating2.pdf (20,40 kb)  
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02
Für das zweite Treffen im Wallraf-Richartz-Museum hat sich die Sprachintegrationsklasse des Heinrich-Mann-Gymnasiums im Deutschunterricht vorbereitet. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich intensiv mit dem Gedicht "Das farbigste Gedicht der Woche" von Wolfgang Mennel. Darin geht es speziell um Adjektive als Wortart. Die 20 Jugendlichen waren neugierig, was das Gedicht mit einem Museumsbesuch zu tun hat. Natürlich sollten sie sich Gemälde zur lyrischen Vorlage aussuchen und selbst Gedichte schreiben. Mittlerweile ist die Lerngruppe an die Arbeit in Museen gewöhnt, und schnell waren alle Arbeitsgruppen ausgeschwärmt, um ein geeignetes Gemälde zu finden und die Aufgabe zu lösen. Eine halbe Stunde lang konnten wir konzentriertes Arbeiten beobachten. Smartphones unterstützen die Suche nach fehlenden Vokabeln und halfen außerdem, die ausgewählten Kunstwerke und Beschriftungen zu dokumentieren. Natürlich wurden die Gedichte im zweiten Teil der Veranstaltung vorgetragen. Es war interessant, dass die Gemälde über die Akzentuierung der Farben intensiv wahrgenommen werden konnten. Erneut wurde für das nächste Treffen eine vorbereitende Aufgabe gestellt.  Das Gedicht von Wolfgang Mennel steht auf S. 5 rotblauschwarzgrau.pdf (1,73 mb) Schreibrezept nach Mennel.pdf (131,07 kb)
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02
Anstrengend ist eine Fortbildung schon, wenn ein voller Unterrichtstag hinter den Kolleginnen und Kollegen liegt. Die Fachkonferenz Deutsch aus der Ursulinenrealschule in Köln wollte prüfen, ob und mit welchem Thema eine Deutschunterrichtsreihe mit einem Museumsschwerpunkt  realisierbar wäre und buchte bei uns eine Fortbildung. In Vorgesprächen hatten wir schon festgestellt, dass eine derartige Reihe gut im 7. Jahrgang angesiedelt wäre. Es stehen keine Praktika und Prüfungen an. Um eine Grundlage für Planungsgespräche zu haben, erprobten wir die Methoden, die in der Projektwoche letzte Woche durchgeführt worden waren. Als Beispiel für eine assoziative Erkundung des Museums wurden Museumsgraffitis gelegt und eine Reihe von kreativen Schreibübungen vorgestellt. Die Kolleginnen und Kollegen interessierten sich besonders für die "Herta-Müller-Methode". In einer Variante zur Methode der Nobelpreisträgerin sollten Wörter aus Zeitungen Kunstwerken zugeordnet und mit Hilfe von weiteren Schreibrezepten zu Texten verarbeitet werden. Wir diskutierten das Problem, dass in Museumsräumen nicht mit Scheren gearbeitet werden darf. Deshalb gaben wir uns den Auftrag, Wörter auf einer Zeitungsseite zu markieren, später in der Werkstatt auszuschneiden und zu Texten zu verarbeiten. Abgeschlossen ist die Planungsphase noch nicht, denn man möchte weitere Verfahren erproben und dann in der Fachkonferenz entscheiden, wie das Thema im schulinternen Lehrplan verankert werden soll. Es ist sehr begrüßenswert, wenn Schulen für ihre Schülerschaft Museen zugänglich machen. Wir hoffen, dass diese Arbeitsform "Schule macht" und andere folgen werden.  
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01
Wir alle freuten uns auf unser erstes Treffen im Wallraf-Richartz-Museum. 13 Schülerinnen und Schüler der Sprachintegrationsklasse des Heinrich-Mann-Gymnasiums begaben sich auf eine Forschungsreise in die Welt des Museums. Heute erkundeten wir einige Meisterwerke des Barocks mit einer ungewöhnlichen Methode. In der Museumspädagogik heißt das Verfahren ""Der Chinesische Korb" und wurde erstmals von der Kulturpädagogin Heiderose Hildebrand im Museum Moderner Kunst in Wien 1985 eingesetzt. Es ist ein assoziatives Rezeptionsverfahren. In einem Korb oder einer Tasche sind ca. 15-20 Gegenstände versammelt, die den Museumsbesucher inspirieren sollen, Kunstwerke in Beziehung zu setzen.  Seit Jahren bin ich nun auf der Suche nach einem Behältnis, der den "Chinesischen Korb" repräsentieren könnte. Eine Mitarbeiterin schenkte mir eine wunderschöne Tasche, die leicht zu transportieren ist und den wunderbaren Aufdruck "Schnick-Schnack" hat. Wir fanden, dass wir in Köln nun fortan die oben beschriebene Methode mit der Schnick-Schnack-Tasche einsetzen, denn Schnick-Schnack ist ein schönes Wort für all die Dinge, die zur Bildersuche eingesetzt werden. Vier Gruppen bildeten sich und mit verzweifelter Verwunderung begaben sich die Arbeitsgruppen mit einem Schwamm, einer Plüschmaus, einer künstlichen Tulpe und einem Kunstapfel auf die Suche nach "passender" Kunst. Wir bemerkten, dass die Dinge nicht direkt in den Bildern zu finden waren. Man musste "um die Ecke" denken. Der Mädchengruppe fiel es zunächst schwer, den quietschgrünen Schwamm den kostbaren Ölgemälden zuzuordnen. Verzweifelt wollten sie schon fragen, ob man den Gegenstand "umtauschen" könnte. Ein kleiner Tipp brachte die Mädchen auf eine interessante Spur: "An welchen Orten gebraucht man Schwämme?" Spülschwämme braucht man beispielsweise in der Küche, war die Antwort. In einem der Säle auf der 2. Etage des Museums gab es Küchenstilleben. Das sahen die Mädchen natürlich sofort. Aber ich merkte, dass sie sich doch nicht gerne von mir helfen lassen wollten. Sie gingen weiter auf die Suche und fanden ein noch viel besseres Kunstwerk und das war ganz alleine gefunden worden: In Pieter de Hoochs "Ein Paar mit einem Papagei" stand im halbdunklen Vordergrund ein Eimer mit einem Schrubber und einem Putzlappen. Da stimmte jeder zu, dass der Schwamm zugeordnet werden konnte. Bei der Präsentation stellte sich jedoch heraus, dass eine Teilnehmerin den Schwamm auch diesem Bild zugeordnet hätte, jedoch nicht wegen der Putzutensilien im Vordergrund, weil sie diese gar nicht sofort entdeckt hatte. Die kostbar gekleidete Dame im Bild streicht mit der Hand über ihr Trinkglas. Und da kam natürlich die Idee auf, dass das Glas vielleicht schmutzig sei. Es kam dann noch eine interessante Diskussion zum Bild auf. Der Mann im Bild wirkte auf die Mädchengruppe wie ein Pirat, weil Johnny Depp auch solche Kleider in seinem Film "Pirates of the Caribbean" trug. Das gab Gelegenheit zu erklären, dass die Menschen vor 400 Jahren derartige Kleidung trugen. Nachdem wir die Symbolsprache des Bildes etwas entschlüsselt hatten, stellten wir zum Schluss fest, dass der Mann vielleicht doch ein Pirat war, denn er war auf der Jagd nach dieser schönen Frau. In zwei Wochen treffen wir uns wieder im Museum und gehen dann auf die Suche nach dem farbigsten Bild der Abteilung! Wir werden berichten.        
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Eva Schwering schrieb über unser sehr beliebtes Luise-Projekt: Eigentlich war eine ganz normale Führung im Wallraf geplant, aber dann kommt alles anders. Das „Bildnis der Königin Luise von Preußen ist leer“, so steht es in der Zeitung. Die Kölner Polizei ermittelt, nur der Direktor kann Frau Säbel und ihre Klasse mit einer Sondergenehmigung ins Museum lassen. Dort werden die Kinder in einen Kriminalfall verwickelt, und die Kinder geraten in ein Abenteuer: Sie finden zunächst geheime Hinweise, dann die Königin selbst (Schauspielerin Patrizia Lempke). Dieser müssen sie einiges erklären, um ihr wieder - vor der Öffnung des Museums! - zu Mantel und Krone zu verhelfen, ohne die sie schließlich nicht zurück in ihr Bild steigen kann! Wie gut, dass Eva Schwering (Museumspädagogin für den Museumsdienst Köln) die Klasse am Vortag in der Schule besucht hat und vom Gattungsstreit zwischen Malerei und Skulptur berichtete. Mit Hilfe der Kinder kann Luise zwischen Skulpturen und Gemälden schlichten. Doch: Hat sie es rechtzeitig zurück in ihr Gemälde geschafft? Das erfahren die Kinder am Ende des Programmstücks, wenn sie vor dem Bild Königin Luises ein Abschiedsgeschenk finden. Die Dramaturgin Yvonne Kuhfus entwickelte erstmalig für ein deutsches Museum eine solche interaktive Theaterperformance. Auch die Kölner Kinder aus der KGS Erlenweg haben wohl mehr gelernt als trockene Fakten. Sie sind zu Komplizen geworden, haben zusammengehalten und einen Streit beigelegt: „Vertragen ist immer am besten!“ Das Programm umfasst eine vorbereitende Unterrichtsstunde in der Schule (montags) und eine einstündige Theaterperformance im Wallraf (dienstags oder mittwochs von 9:00-10:00 Uhr möglich).Unkostenbeitrag: € 200,00. Bitte sprechen Sie uns an, falls es Kinder gibt, deren Eltern diesen Beitrag nicht aufbringen können. Buchung unter: luise@wallraf.museum oder tel.: 0221-22124409