Jede neue Workshop-Idee muss erst einen Praxis-Test durchlaufen. Und man hat noch einmal die doppelte Verantwortung, alles genau auszuprobieren, wenn es sich um ein Projekt mit einer Förderschule handelt. Nicht auszudenken, wenn sich erst bei dem Termin mit der Schulklasse herausstellt, dass eine bestimmte Technik nicht direkt funktioniert. Und so hat Cristine Schell sich vor dem Start des Workshop-Projektes "Muster überall - Blau-weiße Druckwerkstatt" in die Werkstatt des Museums für angewandte Kunst zurückgezogen und das Material vor sich ausgebreitet.

Mehrere Stempelsätze der Firma Blauweiß'chen liegen vor ihr und sie hat schon einige Motiv-Runden durchprobiert. Die liebevoll gefertigten Holzstempel sind wunderschön, aber man muss auch einige Dinge beachten, damit der Druck gut gelingt. So hat sich herausgestellt, dass es eine weiche Unterlage geben muss, damit die Stempel "abrollen" und man möglichst den Schwamm mit der blauen Farbe immer zum Nachfärben bereit halten soll. Es sollte ein satter lupenreiner Druck werden und da müssen diese Dinge bedacht werden und vor allem dann auch den Schülern entsprechend vorbereitet weitergegeben werden. Cristine Schell wird in mehreren Sitzungen mit der Förderklasse das Thema "Muster" im MAKK an einigen Exponaten besprechen. Die Schüler werden dazu zeichnen und sich später auch in der Werkstatt intensiv mit den Möglichkeiten der Gestaltung auseinandersetzen.

 

Die Idee der Stempelwerkstatt entstand bei der Suche nach der Farbe Blau im MAKK. Vor allem auf dem Dekor des chinesischen Porzellans zeigte sich eine Formenvielfalt aus zarten blauen Mustern. Da die Porzellanmalerei von den technischen Gegebenheiten zu viel Aufwand bedeuten würde, galt es, eine adäquate leicht umsetzbare Technik zu finden und so kam man auf die Stempel. Mit ihnen lässt sich das Thema "Muster" wunderbar einüben. Die Ergebnisse werden sicher wunderschön und es ist auch eine kleine Ausstellung im Museum vor dem Werkraum geplant. Solche Präsentationen finde ich toll, sind sie doch eine tolle Möglichkeit, einmal den Focus auf Werkräume und die museumspädagogische Praxis zu legen (was kriegt der Normal-Besucher denn sonst schon davon mit) und es ist immer wieder eine Motivation für die Schüler. Ich werde an dieser Stelle auch noch vom Workshop berichten. Das Angebot findet jetzt auch Eingang in die buchbaren Programme, das heißt: einmal erprobt ist es nun sozusagen konfektioniert für den Alltag.