Eine ganz besondere Art der „Love Letters“ (Liebesbriefe) stammt vom afrikanischen Volk der Zulu. Dort gibt es die Tradition verschlüsselter Botschaften in Form von Perlenstickereien. Liebespaare haben sicher in allen Kulturen ihre versteckten Zeichen der Zuneigung - für die Zulu stecken diese in kleinen Symbolen und vor allem der Verwendung besonderer Farben. Blau steht dabei zum Beispiel für Einsamkeit. Aber auch für die Vorstellung, dass man alle Hindernisse überwinden und dabei wie ein Vogel durch die Lüfte zum Liebsten fliegen möchte. "If I were a dove I would fly to your home ..." Im Rautenstrauch-Joest-Museum gibt es in der Abteilung "Der Körper als Bühne" einige Beispiele originaler Zulu Love Letters zu bestaunen.

Hier handelt es sich jedoch nicht um ein Armband aus Afrika, sondern um die kreative Umsetzung der Zulu Love Letters. Die gesamte achte Jahrgangsstufe der Henry-Ford-Realschule hat sich wochenlang mit den afrikanischen Vorbildern beschäftigt und ihre ganz eigenen Ideen bzw. Botschaften entwickelt. Dass die Technik gar nicht so einfach ist, scheint niemanden abgeschreckt zu haben. Mit Begeisterung entstanden die Armbänder, die selbstverständlich auch alle stolz von den Besitzern getragen werden. Unser blau rotes Beispiel hier ist natürlich für die Digital Natives sofort zu entziffern: Umarmung, Kuss, Umarmung, Kuss, Umarmung! Vielleicht ist das sehnsuchtsvolle Blau hier auch tatsächlich bewusst eingesetzt worden. Ansonsten haben sich die Schüler auch von ihren eigenen Farb-Empfindungen und den dazugehörigen Bedeutungen leiten lassen.

Aber das genau ist auch das Tolle an diesem Projekt, bei dem sich einmal mehr die Schulpartnerschaft als äußerst gewinnbringend erwiesen hat. Die Schülerinnen und Schüler waren emotional involviert, es war ein Projekt, was sich an der Lebenswirklichkeit der Alterstufe orientiert hat. Dass sie die Beiträge jetzt in einer kleinen Ausstellung im Juniormuseum der Öffentlichkeit präsentieren können ist ein weiterer Pluspunkt. So genau sieht Partizipation im Museum aus!