Wenn es Frühling wird, dann steigt er durch die Wolken auf und bringt uns Wasser und Sonne. Alles blüht und gedeiht durch seine Kraft. ER ist der König der Natur. Der Drache. In China und Japan wird er als Gottheit verehrt und ist ein Symbol für den Kaiser. Es gibt sogar ein ganz besonderes Fest für den Drachen, das am 23. Februar begangen wird.Sein Aussehen ist eine Kombination von insgesamt neun verschiedenen anderen Tiere wie z.B. Schlange, Büffel, Hirsch. Krallen hat er wie ein Adler. Bei einem Besuch im Museum für Ostasiatische Kunst hat eine kleine Gruppe Vorschulkinder sich auf die Suche nach dem Frühlingsdrachen gemacht und einige spannende Erfahrungen gesammelt.

Auf diesem Stellschirm erscheint der Drache am Himmel und schwebt durch die Wolken über die Landschaft. Besonders auffällig sind die weißen Barthaare und Augenbrauen, die ihm eine gewisse Würde des Alters verleihen. Die Kinder fanden, er schaut ein bisschen traurig. In jedem Fall erkannten sie den Unterschied zum grimmigen Drachen westlicher Prägung, der nur Angst und Schrecken zu verbreiten weiß. Die kleine Gruppe machte sich auf die Reise durch eine andere Kultur und lernten auch, dass man sich in Japan die Schuhe auszieht, wenn man ein Haus betritt. Dieser interkulturellen Aspekt der Vermittlung liegt der Museumspädagogin Caroline Stegmann-Rennert sehr am Herzen, arbeitet sie doch auch als Culturecoach in diesem Feld.

Später konnten die Kinder auch noch einen nachgebauten Samurai-Helm aufsetzen und die traditionelle Verbeugung üben. Solche Anregungen schaffen ein besonderes Erlebnis der ostasiatischen Kultur und es war wunderbar, mit anzusehen, mit welchem Ernst die Kinder diese Übungen betrieben haben. Doch weiter ging es auf der Suche nach dem Frühlingsdrachen, dessen Merkmale zu Beginn genau besprochen wurden. Mit jedem Beispiel eines neu gefundenen Drachenmotivs gab es auch eine weitere Begegnung mit der ostasiatischen Kultur. Das tolle Glockenspiel lieferte die Vorlage für ein kleines Suchspiel: wie viele Drachen sind zu sehen?

Um die Verehrung des mythologischen Drachen zu zeigen, gibt es verschiedene Formen des Drachentanzes. Einmal gibt es einen Tanz mit einem Gestell aus Holz bei dem mehrere Teilnehmer den Drachen zum Leben erwecken. Dies ist ein Tanz für Glück und Wohlstand. Es gibt aber auch verschiedene Tänze, bei denen die Tänzer sich eine Drachenmaske aufsetzen und so die Stärke des Drachen auf sie übergeht. Auch bei den Samurai-Rüstungen sind die Hörner des Drachen ein beliebter Schmuck, da sie für die Kraft des Drachen stehen sollen.

 

Nach dem kleinen Rundgang kam dann der wichtigste Teil des Museumsbesuchs: Male deinen eigenen Frühlingsdrachen. Zunächst ging es daran, die Malvorlagen zusammenzukleben. Eine kleine Geduldsarbeit, aber auch eine schöne Schulung für die kleinen Fingerchen! Mit kräftigen Farben und am liebsten dem knalligen Himmelsblau entstanden ganz besondere Frühlingsdrachen, die passend zum tollen Sonnenwetter stolz von der Truppe zurück in die Kita getragen wurden.