Über die Idee des Tandems in der Museumspädagogik hatte ich an dieser Stelle ja bereits einmal berichtet. Nun ging Björn Föll von der Museumsschule einen Schritt weiter. Eine Grundschulklasse wurde auf die bewährte Weise von Oberstufenschülern durch das Museum geführt. Auf der Suche nach dem schönsten Blau. Die Tandems sprachen über die Kunst und malten. Die kleinen sammelten voller Begeisterung ein ums andere Bild in ihrem Malblock. Konzentriert malten und zeichneten sie rund eine Stunde lang. Dann verabschiedeten sich die Großen. Auf die Kleinen wartete nun eine Gruppe angehender Erzieherinnen und Erzieher. Und nun ging es einmal anders herum. Die Grundschüler bekamen jeder einen "Großen" zugeteilt. Sie sollten diesen nun "ihre" Kunstwerke zeigen.

 

Die Gruppe von der BBS Bad Neuenahr-Ahrweiler war ins Museum gekommen, um einen besonderen Lernort in einer besonderen Konstellation kennenzulernen. Alle Teilnehmer waren begeistert von der Vermittlungsmethode, die Kinder als kleine Experten positioniert. Es entstanden für eine kurze Zeit spannende Begegnungen. Nicht nur mit der Kunst, sondern auch von Groß und Klein, die für eine Stunde gemeinsam Kunst betrachteten. Und durch den Vorsprung, den die Kleinen in Sachen Kunstbetrachtung gesammelt hatten, machten sie eine interessante Erfahrung: einmal nicht nur dere Empfänger von Wissen zu sein und selber zu senden.

 

Erstaunlich, dass obwohl sie zwei Stunden intensiv gearbeitet hatten, die Kleinen gar keine Müdigkeitserscheinungen hatten und am liebsten weitergemacht hätten. Woran das liegt? Ich bin überzeugt davon, dass die Rolle, die ihnen hier beim Museumsbesuch übertragen wurde, ihnen sehr viel Energie und Motivation gegeben hat. Ich würde sagen: 1:0 für das Stichwort "Partizipation". Davon können wir gar nicht genug bekommen. "Schnappt euch mal eure Eltern und geht mit denen ins Museum" schloss Föll mit einem Apell diesen anregenden Museumsvormittag.