Unsere Schulpartnerschaft mit der Ursulinenrealschule zeigt immer wieder, wie gewinnbringend die Zusammenarbeit mit engagierten Lehrern im Museum sein kann. Wir haben schon über einige Projekte hier berichtet. Mit einem neuen Projekt wird das Ganze jetzt sogar auf eine internationale Ebene gebracht. Erneut sind Omar El Saeidi und Sascha Vredenburg als Projektpartner mit im Boot und produzieren einen Film zu einem besonderen Museumserlebnis. Es geht um unser Jahresthema Blau, welches die Anregung zu einem erlebnisorientierten Workshop im Museum Ludwig lieferte.

 

Gemeinsam mit ihren Austauschfreundinnen aus Jerusalem kam eine Schülerinnengruppe aus der Ursulinenschule Köln und wagte sich unter der Leitung von Omar El Saeidi an das Bild "Affen und Frauen" von Henri Matisse heran. In Kleingruppen aufgeteilt, sollten sie eigene kreative Äußerungen zu diesem Bild erarbeiten. Dabei stand auch die Arbeit mit Sprache im Fokus. El Saeidi bildete gemeischte Gruppen aus palästinensischen und deutschen Schülerinnen, die sowohl in Arabisch als auch in Deutsch Gedichte zum Thema Blau umsetzen sollten. Besonders gewinnbringend war hierbei das miteinander Agieren, bei dem die jeweils fremde Sprache einfach mitgenommen werden konnte im gemeinsamen Rezitieren. Geschickt verband El Saeidi auch Gestik und Mimik mit den sprachlichen Äußerungen, so dass ein fast natürliches Sprechen innerhalb kurzer Zeit auch in der Fremdsprache möglich wurde. Die vom Kunstwerk empfangenen Impulse konnten so auch noch einmal in einer anderen Richtung umgesetzt werden. Ziel war eine Präsentation vor Publikum, die von Sascha Vredenburg gefilmt wurde.

 

 Mit unterschiedlichen Choreographien setzte dieser Workshop nicht nur an den Lebenserfahrungen der Mädchen an (Tanzen und gemeinsame Bewegungen stehen hoch im Kurs bei Teenagern), sondern brachte zusätzlich zu zahlreichen Interviews und Beobachtungen während des Workshops wunderbare Bildeinstellungen. Man darf gespannt auf den Film sein, dessen Premiere im Herbst bei der Partnerschule in Jerusalem sein wird. Zum Abschluss wagte man sich sogar noch einmal an eine Choreographie heran, die unglaublich viel Disziplin erforderte. Ich war völlig überrascht, dass sich die Mädchen die Anleitungen trotz deutlich nachlassender Konzentration perfekt gemerkt hatten. Die Idee zur Choreo kam Omar El Saeidi übrigens durch die EM-Fans, die in manchen Fanblocks ähnlich überraschende Auftritte hinlegten. Und so wurde dann in der Abschlussrunde neben der Frage, wie es denn gefallen hätte, auch die Prognose für das heutige Vierteilfinalspiel abgefragt. Alle waren sich einig, dass sie in ihren Erwartungen von diesem Museumsbesuch positiv überrascht wurden und natürlich überzeugt von einem Sieg Deutschlands!

 

 

Kategorien: BLAU, Museum Ludwig    Kommentare: 3    Autor: Anke von Heyl    Datum: 22. Juni 2012 19:10

Kommentare (3) -

Dirk Peters on 25.06.2012 16:40 Es handelte sich aber nicht um israelische, sondern um palästinensische Schülerinnen...
es wäre schön, wenn das im Artikel noch verändert werden könnte.
Pfr. Dirk Peters (Schulseelsoger Erzb. Ursulinenschulen Köln)
Anke von Heyl on 29.06.2012 19:20 Natürlich! Habe ich geändert!
Karin Rottmann on 02.07.2012 15:17 Wir freuen uns sehr, dass das Projekt eine neue Facette der Schulpartnerschaft mit der Ursulinenrealschule in Köln darstellt. Letzes Jahr, ebenfalls von der PWC Stiftung Kultur gefördert, haben wir uns mit Schülerinnen auf die "Spuren der Engel" begeben. (Wir berichteten darüber). In diesem Jahr hat sich die Projektarbeit geöffnet, so dass wir Mädchen aus dem Ursulinengymnasium und die Gäste aus der palästinensischen Schule aus Jerusalem mit einbeziehen konnten. Es war wunderbar mit anzusehen, wie offen und neugierig die deutschen und die palästinensischen Schülerinnen waren. Das Museum Ludwig war ein wunderbarer Rahmen für den "Brückenbau zwischen Kölner Dom und Felsendom". Die Aufregungen rund um die Kamera hat sich für alle gelohnt, denn im Herbst werden die deutschen Schülerinnen den Gegenbesuch antreten und den Film in Jerusalem zeigen. Wir hoffen, dass die Auseinandersetzung mit Matisse und seiner paradiesischen Kunstwelt begeistern wird.
Herzliche Grüße
Karin Rottmann

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