Drachen sind uns aus dem Märchen und der Mythologie ebenso vertraut wie durch christliche Bildwerke in unseren Museen. Der Erfindungsreichtum mancher Künstler war unerschöpflich, wenn es darum ging, den Drachen als Symbol für Heidentum, Sünde und zuletzt auch die Ketzerei auszuschmücken. Er wurde vor allem im Mittelalter eindeutig mit dem Teufel und den sieben Todsünden gleichgesetzt und es gibt eine ganze Heerschar an Heiligen, die es mit ihm aufnehmen konnten. Allein die Legenda aurea kennt insgesamt 30 Gegener des schlimmen Gesellen, der sich entweder durch das Kreuzzeichen oder wahlweise durch ein Gebet besiegen ließ. Der bekannteste unter den Drachenheiligen ist sicherlich der Heilige Georg, dessen beherzter Einsatz gegen den Lindwurm ein äußerst beliebtes Bildmotiv des Mittelalters gewesen ist. Vor allem die graphische Kunst wurde gerne hergenommen, um die phantasievollen Ausschmückungen der Geschichten zu verbreiten, die allen Menschen die Haare zu Berge stehen ließen.

 

Johann Jakob Soentgens (1668 - 1701): Der Hl. Georg kämpft mit dem Drachen. (WRM Inv. Nr. Z 00291)

"... der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen" - wer für seine Fantasie noch einige Anregungen brauchte, der konnte sich genauestens in der Offenbarung des Johannes informieren, in welcher die Mutter Gottes von einem Drachen bedroht wird. Albrecht Dürer machte sich daran und gab eine möglichst getreue Darstellung anhand dieser Beschreibung ab. Dem Renaissance-Künstler war es um eine "naturnahe" Gestaltung gegangen. Und obwohl es zwar viele Menschen gab, die behaupteten, einen Drachen gesehen zu haben, gab es doch keine Beweise. Albertus Magnus übrigens, unser großer Kölner Gelehrter, war der Überzeugung, dass diejenigen, die angeblich feuerspeiende Drachen gesehen haben wollten, es eher mit Kometen zu tun gehabt haben müssen. Wie dem auch sei: die Bibel gab zumindest eine verlässliche Quelle hinsichtlich der genauen Beschreibung des Ungeheuers ab.

Albrecht Dürer: Blatt aus der Folge Die Apokalypse – Nr. 11 - Der siebenköpfige Drache und das Tier mit den Lammshörnern (Holzschnitt) 1498 (WRM Inv. Nr. 01190 – 3)

Drachen, Monster, Ungeheuer - nirgends kann sich die Fantasie besser austoben. Die alten Meister hatten allerdings auch ihre Musterbücher, in welchen sie besonders wilde Erfindungen weiterreichten. Denn je wilder und einfallsreicher diese Ungeheuer wurden, desto glaubhafter schienen sie den damaligen Betrachtern vorgekommen zu sein. Je mehr Details, desto besser. Denn das würde doch schließlich beweisen, dass es sie wirklich gab, diese Drachen und Co. Dass man auch heute immer wieder auf die alten Geschichten trifft, zeigt, wie sehr sie unsere Vorstellungswelt geprägt haben. Ob es beim Wandern im Siebengebirge ist, wo einst der Drache der Nibelungensage hauste oder beim Besuch des Further Drachenstich, bei dem bis heute die Mär vom Prinzessinnenbefreier gefeiert wird - der Mythos Drache lebt. Und wann, wenn nicht jetzt im chinesischen Jahr des Drachen, wäre die Zeit besser, einen schönen Zeichenwettbewerb zum Thema auszuloben!? 

 Unbekannter Künstler: Phantasieungeheuer (Bleigriffel, Tusche) (WRM Inv. Nr. Z 03529)

"Wallraf der Museumsbus" und der Museumsdienst Köln bieten dieses Projekt mit Unterstützung der Deutschen Bank für alle Schulklassen der Stufen 5 bis 7 an. In einem zweistündigen Workshop lernen die Kinder faszinierende Drachendarstellungen in Gemälden und Grafiken kennen, darunter Arbeiten von Albrecht Dürer und Henrik Goltzius. Die Schülerinnen und Schüler können selten gezeigte Zeichnungen und Drucke genau unter die Lupe nehmen und erste eigene Studien erstellen. Alle Teilnehmer des Workshops können an unserem Zeichenwettbewerb teilnehmen und bis Mitte November ihre Arbeiten zum Thema „Drachen“ im Wallraf einreichen. Mitmachen lohnt sich: Die Klasse mit den schönsten und originellsten Arbeiten gewinnt 1500 € für die Klassenkasse!

Der Zeichenwettbewerb auf einen Blick

Wer:                 Schulklassen der Sekundarstufe 1, Stufe 5-7
Wann:               bis zum 30. November einschließlich können Arbeiten eingereicht werden!
Was:                 Nach der Teilnahme am Zeichenworkshop können die graphischen Arbeiten der Klasse zum Thema „Drachen“ eingereicht werden.
Techniken:        Bleistift-, Farbstift-, oder Kohlezeichnungen, Zeichnungen mit Tusche    oder Tinte, Drucktechniken
Format:            Maximal A3
Anmeldung:      service.museumsdienst@stadt-koeln.de (Betreff: Workshop Drachen Wallraf)
Abgabe:           Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
                       Stichwort: Drachen
                       z. Hd. Julia Müller
                       Obenmarspforten
                       50667 Köln
Teilnahmevoraussetzung: Die Klasse erklärt sich bereit, an einem Pressetermin teilzunehmen, falls sie gewinnt. Die Klasse beschreibt in einem kurzen Text, wofür sie das Preisgeld verwenden würde (Z.B. Klassenfahrt, Anschaffungen für das Klassenzimmer, Spenden).