Kommunikation - auch die nach außen - ist gerade großen Veränderungen unterworfen. Das Internet, insbesondere das sogenannte Web 2.0 ist ein digitaler Raum, in welchem sich ein reger Austausch auch und vor allem über kulturelle Inhalte entwickelt hat. Besonders interessant für die Vermittlungsarbeit sind die Communities, die sich dort bilden. Das sind Gemeinschaften rund um spezielle Interessen. Und sie sind eine klar definierte Zielgruppe, innerhalb der das Zauberwort vom "word of mouth" hervorragend funktioniert. Will sagen, was hier empfohlen wird, das erreicht die richtigen Menschen. Und für die Kunstvermittlung ist es äußerst wichtig, sich darauf einzustellen. So haben wir den Ball, der uns unter dem Stichwort "Kunstvermittlung 2.0" vom Museum Ludwig zugespielt wurde, gerne aufgenommen. Gegenstand der Vermittlungsarbeit ist in diesem Falle die Sonderausstellung "CO-MIX: Art Spiegelman. Eine Retrospektive von Comics, Zeichnungen und übrigem Gekritzel".

Heute fand ein Treffen statt, zu dem wir Comic- und Kultur-Blogger in einer bunten Mischung geladen hatten. Das Thema "Comics im Museum" war für beide Seiten spannend und es lohnt sicher einer weiteren Bearbeitung.

Prof. Bodo von Dewitz hatte sich als stv. Direktor des Museum Ludwig bereit erklärt, die Spiegelman-Ausstellung vorzustellen und über ihren Weg nach Köln zu berichten. Ursprünglich war die Ausstellung konzipiert worden anlässlich der Verleihung des Großen Preises der Stadt Angoulême an Art Spiegelman. Prof. von Dewitzs Erzählungen über die Verbindungen zu Spiegelman gab so einen lebendigen Einblick in die Entstehung von musealen Netzwerken. Das sind sicher Hintergrundinformationen, die für den Zusammenhang der Ausstellung auch wichtig ist.

Dass es durchaus auch eine Herausforderung für ein Museum sein kann, Comics auszustellen, verhehlte Prof. von Dewitz nicht. Die üblichen Präsentationsformen mit dicken Rahmen und hinter Glas kann man hier nicht so ohne Weiteres nutzen. Die museale Präsentation eines Comics ermöglicht jedoch eine unmittelbare Darstellung des kreativen Prozesses, kann zeigen, wo die Bildmotive herkommen und kommentiert den Entstehungszusammenhang.  

Das Thema "Comics im Museum" konnte dank städtischer Synergien noch erweitert werden um einen wunderbaren Blick hinter die Kulissen der Ausstellung "Elftausend Jungfrauen. Ralf König: Das Ursula-Projekt". Der Direktor des Kölnischen Stadtmuseums, Dr. Mario Kramp, war mit dem Comic-Künstler Ralf König zum Bloggertreffen gekommen und berichtete über die Schau. Besonders spannend war es, als Ralf König aus der Perspektive eines Comic-Künstlers berichtete, der sich nun der Tatsache gegenüber sieht, dass auch kleine Skizzen und erste Entwürfe spannend sein können. Da verändert sich auch der Blick auf das eigene Schaffen. Durchaus auch spannend im Zusammenhang der Präsentation des "Maus"-Comics, bei der ja gerade diese Entwurfsskizzen einen ganz besonderen Aspekt der Ausstellung ausmachen. Ralf König stieß dann auch die Diskussion über verschiedene Begrifflichkeien, wie "Graphic Novel" und "ernste" Comics eine interessante Diskussion an. Besonderen Eindruck hinterließen dabei auch seine Bemerkungen zur Problematik der Indizierung.

Die Gespräche konnten beim anschließenden Get-Together noch weitergeführt werden und wir hoffen sehr, dass wir mit dem Treffen einen Austausch anregen konnten, der vielleicht hier an dieser Stelle auch in den Kommentaren oder auch auf dem ein oder anderen Blog weitergeführt werden könnte. Wir danken auf jeden Fall allen, die da waren und besonders Prof. von Dewitz, Dr. Kramp und Ralf König für ihren Einsatz.

Hier kann man sich von den spontanen Reaktionen auf das Treffen, die Ausstellung und die Präsentationen einen ersten Eindruck verschaffen!