Das Institut für internationale Kommunikation e.V. mit Sitz in Düsseldorf betreut Deutschlehrerinnen und -lehrer, die vom australischen Staat ein Stipendium für einen Deutschkurs erhalten haben. Erstmalig stand das Thema "außerschulischer Lernort Museum" auf dem Programm. Wir trafen uns zu einem ganztägigen Workshop im Museum Ludwig und erprobten einige der Verfahren für den Sprachunterricht im Museum. Es ist immer wieder interessant zu erleben, dass der "fremde Blick" - hier der durch Australien und die englische Herkunftsprache geprägte - zu außergewöhnlichen Beobachtungen führt. Vor der 1953 entstandenen Eisenplastik von David Smith wurde von einer Arbeitsgruppe das Wort "Australien" auf dem Boden gelegt. Für alle australischen Kolleginnen und Kollegen war das bei der Auswertungsrunde spontan ein "Aha-Erlebnis", denn alle sahen im Schattenwurf der Plastik einen allen bekannten austalischen Freiheitskämpfer. Gerhard Richters "11 Scheiben" inspirierte eine andere Arbeitsgruppe zum Wort "nachdenken". Die Kolleginnen bezogen ihre Assoziation über das englische Wort "reflection" und meinten damit zunächst das Seherlebnis, sich in den Glasscheiben zu spiegeln. Diese Beobachtung führte dann zu der zusätzlichen Wortbedeutung von "Nachdenken", ein Begriff, der zu den im Museumssaal ausgestellten Arbeiten von Gerhard Richter sehr gut passt.

Im 2. Teil des Workshops beschäftigen wir uns mit einigen Methoden des kreativen Schreibens im Museum. Die Expressionisten inspirierten zu Elfchen und Parallelgedichten, die wohl bald in das stetig benutzte Methodenrepertoire des australischen Deutschunterrichts Eingang finden werden. Dies nahmen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops jedenfalls vor.